Immobilien-Kompass Der Preisauftrieb bei Wohnimmobilien bleibt zweistellig

Auf dem Immobilienmarkt, wie hier in Frankfurt, ist noch keine Krise in Sicht
Auf dem Immobilienmarkt, wie hier in Frankfurt, ist noch keine Krise in Sicht
© IMAGO / Ralph Peters
Die enormen wirtschaftlichen Unsicherheiten haben bislang keinen Einfluss auf den Immobilienmarkt. Trotz Zinswende bleibt die Nachfrage hoch. Einen Überblick über Preise, Mieten und Renditen bietet auch dieses Jahr wieder der Immobilien-Kompass von Capital

Der deutsche Immobilienmarkt legte trotz enormer Unsicherheit auch im Jahr 2021 und im Frühjahr 2022 kräftig weiter zu. Die Kaufpreise und Baulandpreise stiegen bundesweit erneut sogar zweistellig, 2021 um 14 Prozent. „Das hat uns bestätigt, dass der Immobilienmarkt erst dann ins Wanken gerät, wenn es Einkommensunsicherheit gibt“, sagte Katharina Ivankovic, Geschäftsführerin des iib Instituts (Ausgabe 5/2022, EVT 21.04.2022) im aktuellen Immobilien-Kompass, „denn alle anderen Risikofaktoren hatten wir: Pandemie, steigende Preise, steigende Zinsen, Knappheit am Bau...“. Nichts davon bremste den Immobiliensektor. Der jährliche Marktbericht von Capital ist der umfangreichste unabhängige Bericht zur Lage auf dem deutschen Immobilienmarkt.

Die neue Capital erscheint am 21. April
Die neue Capital erscheint am 21. April

Auch Michael Voigtländer, Deutschlands bekanntester Immobilienmarktexperte vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW), bekräftigt trotz der immensen Hauspreisanstiege: „Preisübertreibungen sehe ich nicht. Auch jetzt nicht.“ Obwohl die Preise für Häuser und Wohnungen laut IW-Zahlen inzwischen seit 2010 um 130 Prozent kletterten, sich also mehr als verdoppelten. „Ich sehe aber keine Hysterie beim Immobilienkauf“, begründet Voigtländer, „die Preise sind ja nur Ausdruck der Knappheit und der enormen Nachfrage.“

Die Nachfrage werde wohl trotz der Zinswende der Notenbanken auch hoch bleiben, sagen die Immobilienmarkt-Experten, obwohl die Zinsen bei den Baufinanzierungen zuletzt bereits deutlich gestiegen sind. Derzeit liegt der Zinssatz für eine Durchschnittsfinanzierung bereits über zwei Prozent und damit rund doppelt so hoch wie noch Anfang 2021. „Zu behaupten, der Markt geriete in Schwierigkeiten, weil wir eine kleine Korrektur nach einem historischen Zinstief erleben, ist überpessimistisch. Es ist Panikmache“, sagt Ivankovic.

Selbst wenn der Markt wegen weiter steigender Zinsen an einen Kipppunkt geriete, so bekräftigt Reiner Braun, Chef der Beratungshauses Empirica, „dann heißt das nicht, dass die Preise fallen, sondern nur, dass sie erstmal nicht weiter steigen.“ Höhere Mieten durchzusetzen, dürfte Vermietern jedoch schwerfallen, trotz der starken Inflation, sagen die Experten einhellig.

Der Capital Immobilien-Kompass 2022 misst den Preisanstieg im zweiten Corona-Pandemiejahr. Gemeinsam mit dem iib-Institut analysiert Capital jedes Jahr für seine Mai-Ausgabe die Marktentwicklung in den 40 wichtigsten Städten des Landes, sowie detailliert die Haus- und Wohnungspreise samt Miethöhen in zehn deutschen Metropolen. Als Grundlage dienen die geforderten Kauf- und Mietpreise auf allen relevanten Online-Immobilien-Portalen und die Angebote von Projektentwicklern. Auch Preis-Prognosen für die nächsten zwölf Monate sind im Immobilien-Kompass enthalten.

Zudem bietet Capital mit dem iib Institut wieder die Gelegenheit, die eigene Immobilie anhand einer detaillierten Wohnmarkt-Analyse bewerten zu lassen. Immobilienbesitzer können sich die Analyse kostenlos im Internet unter www.capital.de/wohnmarktanalyse erstellen n lassen.

Die neue Capital ist am 21. April erschienen. Interesse an Capital? Hier geht es zum Abo-Shop, wo Sie die Print-Ausgabe bestellen können. Unsere Digital-Ausgabe gibt es in Apples App Store, bei GooglePlay – und in unserem neuen Premium-Abo Capital+ unter dem Menüpunkt „Digitales Magazin“


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