PorträtDaniel Arnold - der Reihenhaus-Optimierer

Daniel Arnold, 44, Gründer der Deutschen Reihenhaus AG, spaziert durch einen seiner Wohnparks in Köln
Daniel Arnold, 44, Gründer der Deutschen Reihenhaus AG, spaziert durch einen seiner Wohnparks in Köln Julia Sellmann

„Das Besondere ist: Hier ist kein Estrich drunter.“ Daniel Arnold tippt mit seinem Schuh mehrmals auf den dunklen PVC-Boden in Parkettoptik, schaut hoch, lächelt fast triumphierend. „Wissen Sie, was das heißt? Ein Arbeitsschritt weniger, keine Trockenzeit, keine Risse an der Kante zur Wand. Dann fragen Kunden oft: Und was ist mit der Trittschalldämmung?“ Tja, was ist mit der Trittschalldämmung? „Ich frage dann: Wen wollen Sie denn hier stören? Es ist doch Ihr Haus! Und wenn Ihre Frau meint, hier oben steppen zu müssen, dann sagen Sie ihr halt, sie soll damit aufhören.“

Daniel Arnold steht im ersten Stock eines Musterhauses in Köln, Modell „Familienglück“, 145 Quadratmeter, links ein Ehebett, rechts ein Schrank, ein großes Fenster hinten, der Raum misst 3,76 mal 4,64 Meter, macht 17,45 Quadratmeter. All das wäre wohl gar nicht erwähnenswert – wenn es just dieses Schlafzimmer nicht einige Tausend Mal in Deutschland geben würde.

„Die Leitungen dieser Steckdose“, sagt Arnold und geht in die Hocke, „die führen wir über die Außenwand.“ Klar, weil es keinen Estrich gibt. „Dann höre ich oft: Das geht nicht, ist nicht zugelassen. Ich sage: Natürlich geht das. Ich habe die Bestätigung eines Sachverständigen, die schicke ich später als PDF. Inzwischen habe ich bestimmt 200 Gutachten auf dem Server.“ Nur weil etwas nicht üblich ist, lernt man schnell, muss das nicht heißen, dass es nicht geht. Auch der Heizkörper an der Innenwand muss genau dort sein, wo er ist. „Die Rohre“, sagt Arnold und tippt auf den Heizkörper, „die führen wir hier lang“ – er verschwindet über den Flur ins Bad, groß gefliest, mit Glasdusche, 7,95 Quadratmeter, „dann hier lang“ – er geht weiter ins Kinderzimmer.

„Mit jedem Sonderwunsch wird es teuer, denn Sie fangen an, Fehler zu machen“

Daniel Arnold

Jedes Rohr, jede Leitung, jedes Detail hat er einmal geplant, durchdacht und sehr oft gebaut, und deshalb darf man es nicht ändern – ja, man kann es gar nicht. „Sie dürfen nicht anfangen zu individualisieren. Bei uns bekommen Sie nur Standard und durch die Standardisierung eine höhere Qualität.“

Mit diesem Prinzip sind Daniel Arnold, 44 Jahre alt, und seine Deutsche Reihenhaus AG groß geworden: Seit knapp zwei Jahrzehnten baut er seriell gefertigte Reihenhäuser. Es gibt drei Modelle, außer „Familienglück“ noch „Lebensfreude“ und „Wohntraum“. Sie sind fünf Meter breit, messen zwischen 85 und 145 Quadratmeter, haben immer die gleichen Steckdosen, Lichtschalter, Fenster, Gauben.

Keine Keller, kein Kamin

Es gibt eine Handvoll Optionen, etwa ein zweites Bad im zweiten Stock – sonst nichts. Keinen Keller, keinen Kamin, keine Extras.

„Mit jedem Sonderwunsch wird es teuer, denn Sie fangen an, Fehler zu machen“, sagt Arnold. „Das kostet Zeit und Geld.“ Dafür sind seine Reihenhäuser unschlagbar günstig: Die 85 Quadratmeter gibt es für rund 100.000 Euro, die 145 Quadratmeter ab 160.000 Euro. Dazu kommt natürlich das Grundstück, in Flensburg kostet das „Familienglück“ somit 229.990 Euro, in Gelsenkirchen 259.990 Euro, in Neuss 309.990 und in Hamburg-Finkenwerder 429.990 Euro.