Aktien fürs Leben „Anleger sollten sich Microsoft gerade ganz genau anschauen“

Ein Schild, auf dem das Microsoft-Logo zu sehen ist.
Seit 2005 ist die Dividende bei Microsoft-Aktien kontinuierlich gestiegen
© IMAGO / aal.photo
Die Börsen sind derzeit in Aufruhr und wer geglaubt hatte, der Kryptomarkt könnte sich von der allgemeinen Nervosität abkoppeln, sieht sich getäuscht. Zum Glück gibt es Aktien wie die von Microsoft, die sich krisenresistent zeigen 

Die durch den Ukraine-Krieg befeuerten Stresstage an der Börse gehen weiter. Und auch der Kryptomarkt ist aufgewühlt: Innerhalb von sechs Monaten hat sich der Bitcoin halbiert, allein im letzten Monat ist der Kurs um 25 Prozent gefallen und der vermeintliche Stablecoin Luna hat in nicht mal einer Woche einen Kursrutsch von 99,99 Prozent erlebt.

„Wenn man bei den Kryptowährungen eine Zwischenbilanz zieht, muss man festhalten, dass viele Versprechen nicht eingehalten wurden: Die Währung bringt dir keine Stabilität und ist kein Aufbewahrungsort für dein Geld“, sagt Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar im Podcast Aktien fürs Leben, den er gemeinsam mit Aktieninvestor Christian Röhl hostet.

Die angespannte Lage in der Finanzindustrie hat Horst von Buttlar auch bemerkt, als er für die Auszeichnung der besten Fondsgesellschaften durch Capital mit den Spitzen der Finanzindustrie zusammengekommen ist. Dabei ist ihm ein Zitat ganz besonders in Erinnerung geblieben: „Das Assetmanagement hat vorerst die besten Jahre gesehen“, sagte Hans Joachim Reinke, der langjährige Chef von Union Investment.

De leichten Jahre sind also vorbei. Man kann nicht mehr mit einer mittelmäßigen Performance mit der Masse nach oben schwimmen. Die Branche stellt sich auf härtere Zeiten ein.

„Das sieht man auch bei den börsennotierten Geldverwaltern“, so Christian Röhl. „Im letzten Jahr hat die Aktie des größten Vermögensverwalters, Blackrock, 27 Prozent verloren. Bei T. Rowe Price waren es sogar 36 Prozent.“ Das sind ernüchternde Zahlen, wenn man sie mit denen des S&P 500 vergleicht, der gerade mal mit vier Prozent im Minus liegt.

Seit Beginn des Jahres ebenfalls abgerutscht ist die Microsoft-Aktie. Dennoch ist Christian Röhl von ihr überzeugt: „Mich würde es nicht wundern, wenn Microsoft im Verlauf dieser Krise mit Blick auf die Börsenkapitalisierung die Nummer eins werden würde“, sagt er.

Noch vor 15 Jahren schien das Unternehmen mit seinem auf Betriebssysteme basierten Geschäftsmodell in eine Sackgasse geraten zu sein. 2014 wurde dann Satya Nadella CEO von Microsoft und begann mit dem Umbau des Unternehmens. Der Erfolg gibt ihm recht: Die Aktie ist von knapp 26 Euro auf über 300 Euro Ende 2021 gestiegen.

Microsoft konnte sich im Cloudcomputing und in der Cybersecurity etablieren, letzteres ist eines der am stärksten wachsenden Geschäftsfelder, das dem Software-Giganten einen Umsatz von 15 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr bescherte. Mit der geplanten Übernahme von Activision Blizzard will Microsoft auch seine Präsenz in der Gamesbranche ausbauen. 

Verglichen etwa mit Apple ist Microsoft zwar keine besonders glamouröse Anlage, aber seit 2005 ist die Dividende kontinuierlich gestiegen. In den letzten zehnJahren mit einer Rate von zehn Prozent. „Und da das Unternehmen sehr softwarelastig ist, ist die Aktie nicht so anfällig für Lieferkettendisruptionen“, sagt Christian Röhl. 

Gerade in der gegenwärtigen Lage dürfte das ein gewaltiger Vorteil sein. Im aktuellen Podcast sprechen die beiden über die aufregende Entwicklung der Microsoft-Aktie und erklären, warum Anleger sie sich gerade ganz genau anschauen sollten.

Hören Sie außerdem in der 3. Folge von „Aktien fürs Leben“,

  • warum die Anlage in Aktien von Saudi Aramco, dem neuerdings wertvollsten Unternehmen der Welt, in mehrerer Hinsicht problematisch ist,
  • welche aktivgemanagten Fonds die beiden Hosts interessant finden und warum,
  • wo die Schwierigkeiten bei einer Übergewinnsteuer liegen.

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