Interview„Technologie ist wichtig für das Leben der Menschen“

Apple und andere Tech-Aktien haben sich längst vom Corona-Schock erholt (Archivbild)Getty Images

Technologie-Werte haben nicht nur den Lockdown besser bewältigt als die Aktien vieler anderer Branchen. Sie werden auch langfristig wegen struktureller Veränderungen hin zu einer immer digitaleren Wirtschaft auf der Überholspur bleiben. Davon überzeugt ist Hyun Ho Sohn der den Fidelity Global Technology Fonds (ISIN: LU0099574567) managt.

Technologie-Aktien haben den Corona-Crash längst hinter sich gelassen, auch weil zahlreiche der Unternehmen von den sich nach der Corona-Krise abzeichnenden strukturellen Veränderungen profitieren dürften. Wenngleich wichtige Branchenindizes noch nicht ihre Höchststände aus dem Februar wieder erreicht haben, so liegen sie im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich im Plus. Der US-Techindex Nasdaq Composite notiert aktuell rund 6,5 Prozent höher als zu Jahresbeginn, während der US-Leitindex S&P 500 für den gleichen Zeitraum ein Minus von 5,4 Prozent ausweist.

Nasdaq 100 Index

Nasdaq 100 Index Chart

Ähnlich ist es bei deutschen Technologiewerten: Der TecDax hat seit Jahresbeginn 5,7 Prozent an Wert gewonnen, der Dax liegt trotz seiner Erholung auf zeitweilig mehr als 12.000 Punkte hingegen noch immer 12,6 Prozent tiefer. Warum Technologiewerte auch in der Corona-Krise gut gelaufen sind, erläutert im Interview Hyun Ho Sohn. Er managt den Fidelity Global Technology Fonds, dessen fünf Top-Werte Apple, Alphabet, Samsung, Microsoft und KLA Group sind.

Capital: Herr Sohn, warum laufen gerade Technologie-Werte während der Corona-Krise so gut?

Hyun Ho Sohn

Homeoffice während des Lockdowns hat zu einer steigenden Nachfrage nach Internet- und Netzwerktechnologie geführt. Das steht auch im Zusammenhang mit dem grundsätzlichen Übergang zu einer immer digitaleren Welt. Es wird dazu führen, dass Unternehmen weiterhin in ihre IT-Strukturen investieren.

In der Krise gingen die Tech-Werte aber auch erst einmal die Knie.

Der anfängliche Ausverkauf bei Tech-Aktien hat für die Auswahl von Einzeltiteln einige interessante Möglichkeiten eröffnen. Das gilt vor allem für einige mittlere und kleinerer Unternehmen mit vielversprechenden Fundamentaldaten. Sie wurden im Gegensatz zu großen Namen mit hoher Marktkapitalisierung zu stark abgestraft.

Was waren ihre Favoriten in der Krise?

Was den Fidelity Global Technology Fonds betrifft, so waren „stay at home“-Titel wie Netflix und Activision starke Performance-Treiber. Darüber hinaus konnten wir in den letzten Wochen bei vielen Semi- und Hardware-Namen eine deutliche Erholung beobachten, sodass sie den Großteil ihrer Verluste aus dem erwähnten Abverkauf wieder wettmachen konnten.

Wie wird es mit den beginnenden Lockerungen der Corona-Regeln nun weitergehen mit Tech-Titeln?

Der Lockdown hat gezeigt, wie wichtig Technologie für das Leben der Menschen ist, man denke nur an die Notwendigkeit von E-Commerce und IT für das Arbeiten und Leben von zu Hause aus. Insofern: Erträge werden von Firmen kommen, die in ihre IT investieren, um Working From Home voranzutreiben. Der steigende Datenverkehr und die Nachfrage nach Homeoffice haben die kurzfristige Nachfrage etwa nach Servern, Netzwerkgeräten und Speichern angetrieben. Auch wenn unsicher ist, wie es mit dem Virus letztlich weitergeht und wie er sich wirtschaftlich auswirkt: Es bleiben diverse fundamentale Themen, die den Technologiesektor langfristig antreiben werden und das ungeachtet der derzeitigen Volatilität.

 


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