AktienAnleger-Stressabbau mit System

IPhone mit Dax-Chart
Experten erwarten unruhige Zeiten an den Märkten

Marc Oliver Lux ist Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung aus München (Grünwald)Marc Oliver Lux ist Geschäftsführer der Dr. Lux & Präuner Vermögensverwaltung aus München (Grünwald)


Bei immer mehr Investoren breitet sich angesichts der heiklen Lage an den Märkten Stress aus. Dax und Rex sind auf hohen Niveaus ins Flattern gekommen. Keine Frage: Die Unsicherheit nimmt zu. Rückt da eine Abbruchkante, womöglich die des aktuellen Börsenzyklus, näher? Man scannt Vermögensfelder, checkt Produkte und fragt nach der besten Anlage für die nächsten Monate. Für einige scheinen jetzt Frontier-Market-Anleihen attraktiv zu sein. Andere überlegen, ob man nicht doch in Aktien von Biotech-Unternehmen investieren sollte, deren Kurse seit Jahren vielversprechend sind? Muss man aus dem  BRIC das „I“ herauspicken oder macht das gigantische Konjunkturprogramm „Seidenstraße“ das Rennen? Fragen über Fragen nach der nächsten Renditequelle.   

Ich weiß nicht, welche Anlagen die besten Prognosen haben (und es interessiert mich auch gar nicht). Ich weiß aber, dass der unterschwellige Stress, der sich an den Märkten bemerkbar macht, in den nächsten Monaten zu großen und verhängnisvollen Fehlern führen wird – wie etwa im Jahr 2000. Der Stress wird überstürzte Verkäufe auslösen, sobald die Kurse stärker korrigieren. Er wird Klumpenrisiken in einigen Depots verursachen, weil manche Eigner viel zu viel ihres Vermögens in einzelne „Perlen“ investiert haben. Es wird sich vermutlich eine Tendenz herausbilden zu noch mehr heimischen Titeln, die in solchen Situationen ein trügerisches Bild von Sicherheit vermitteln. Und manche Investoren werden total aussteigen – und dann staunend den Börsenzug weiterrasen sehen.

Wie investieren?

Erfahrene Börsianer wissen, dass in Zeiten der Zuspitzung die größten Gefahren lauern und dass die Frage nach dem „Wohin mit dem Geld“ den Stress noch vergrößert. Viel wichtiger ist jetzt die Frage: „WIE investieren?“, die Suche also nach der richtigen Anlagestrategie. Nur wer in solchen stressigen Zeiten einem klaren Plan folgt, den Kompass bewährter Vermögensanlage beachtet, entgeht der Gefahr, in Psychofallen zu tappen, die der Markt gerne auslegt.

Wir empfehlen jetzt dringend, den Blick auf das Ganze zu werfen und sich an möglichst robuste Vorgaben zu halten. Am geeignetsten erscheint uns dazu eine regelbasierte Anlagestrategie zu sein.  Einfache Wenn-Dann-Regeln sind nicht nur leicht handhabbar. Sie sind auch höchst erfolgreiche Entscheidungshilfen auf den Vermögensmärkten. Viele Studien haben gezeigt, dass sie hochgezüchteten Modellierungen von komplexem Anlageverhalten deutlich überlegen sind. Vor allem aber gibt es heute Regelwerke, die mit wenigen Wenn-Dann-Beziehungen ganze Depotführungsstrategien bilden. Wer etwa dem sogenannten MOAR-System folgt, das vom amerikanischen Vorreiter regelbasierten Investierens, Michael O’Higgins, ersonnen wurde, wendet ein bewährtes und robustes Vermögensmanagementkonzept an, das ihn mit hoher Wahrscheinlichkeit gut durch die Börsensee bringt.

Das MOAR System (Michael O‘Higgins Absolute Return) enthält nur zwei wesentliche Elemente. Zum einen eine Aufteilung des Vermögens auf vier Vermögensklassen (Aktien, Rohstoffe, kurz- und langlaufende Renten), die gegenseitig ausgleichend wirken. Und zum anderen ein antizyklisches Element, das aus Engagements in besonders schlecht gelaufene Länderindizes besteht. Diese beiden Elemente reichten in der Vergangenheit aus, um eine stabile und überdurchschnittlich gute Vermögensentwicklung über mehr als 30 Jahre sicher zu stellen. Und sie werden auch in den nächsten Jahrzehnten die richtigen Banden für die Vermögensstruktur sein. Damit, und nicht mit der Suche nach der nächsten, vermeintlich besten Anlageform, mehrt man Vermögen.