FinanzenPrivate Finanzen: So fällt Sparen leichter

So motiviert man sich zum Sparen
Sparen ist leichter gesagt als getan. Hier ist es wie beim Sport: Gute Vorsätze verlaufen im Alltag schnell im Sand.unsplash

#1 Aller Anfang ist schwer

Jeden Monat Geld zur Seite legen – wie schwer kann das schon sein? Sehr, wie wohl fast jeder Sparwillige irgendwann feststellen muss. Das gilt besonders, wenn man nicht gerade in Geld schwimmt und die zurückgelegte Summe im alltäglichen Ausgabeverhalten fehlt. Da reicht es schon, wenn man nicht wie bislang jedem Shopping-Impuls nachgeben kann, da ansonsten ein Minus droht. Sparen erfordert eine andere Sicht auf das eigene Ausgabeverhalten. Das setzt Disziplin voraus und die ist den wenigsten Menschen in die Wiege gelegt. Wer sich das bewusst macht, ist besser für die Herausforderungen des Sparens gerüstet.

#2 Das Ziel vor Augen führen

Der Mensch lebt gern im Hier und Jetzt. Sparen kann da im Alltag schnell zur lästigen Selbstkasteiung verkommen. Wozu schränke ich mich so ein?, beschwert sich ein Sparer vielleicht bei sich selbst, wenn mal wieder eine Ausgabe eigentlich nicht drin ist. In diesen Situationen hilft die Erinnerung: Sparen ist kein Selbstzweck. Fast immer wird auf ein Ziel hingearbeitet. Das kann eine große Anschaffung sein (Haus, Auto, Computer). Eltern sparen für die Ausbildung der Kinder oder man legt Geld für den Ruhestand zurück. Aber auch diese Ziele sind im Ernstfall häufig einfach zu theoretisch. In schwachen Momenten hilft deshalb ein psychologischer Trick. Transportieren Sie sich in die Zukunft an jenen Zeitpunkt, an dem das Sparziel wahr geworden ist. Wie fühlen Sie sich, wie sehr haben sich die Entbehrungen rückblickend gelohnt? In Studien wurde festgestellt, dass das Hineinversetzen in ein künftiges Ich die Motivation zum Sparen enorm steigern kann.

#3 Geld ausgeben

Es klingt paradox. Aber tatsächlich kann es beim Sparen hilfreich sein, wenn man sich ab und zu etwas leistet. Denn Motivation lebt nun einmal von Erfolgserlebnissen. Und die sind beim langfristig angelegten Sparplan – trotz aller mentalen Zukunftsszenarien – leider eher theoretischer Natur. Auch Menschen lernen besonders gut, wenn sie belohnt werden. Dieses simple Erfolgsgeheimnis lässt sich zum Glück gut mit dem Sparplan verbinden. Eine Möglichkeit: Es werden anfangs Meilensteine auf dem Weg zur angestrebten Summe festgelegt. Sind sie erreicht, ist eine extravagante Ausgabe drin. Deren Höhe sollte ebenfalls vorab festgelegt werden, um nicht spontan über die Stränge zu schlagen. Effektiv wird das Modell, wenn sich die Belohnungssummen mit der Zeit erhöhen. Auf diese Weise ist das nächste Ziel klar definiert und die Motivation wächst.

#4 Sparziel neu evaluieren

Besonders bei großen Anschaffungen kann sich das Sparen über lange Zeit erstrecken. Da ist es gut möglich, dass sich Bedürfnisse und Lebensumstände ändern. Vielleicht spart jemand seit einem Jahr auf einen Neuwagen, stellt aber fest, dass ein Gebrauchtauto oder Carsharing völlig ausreichen. Das Abrücken vom ursprünglichen Ziel kann die Motivation zum Sparen mindern, ohne dass dies dem Betroffenen bewusst ist. Da hilft es, sich in regelmäßigen Abständen (beispielsweise alle drei Monate) zu fragen: Will beziehungsweise brauche ich mein Sparziel eigentlich noch? Lautet die Antwort „nein“, ist das nicht unbedingt der Freifahrtschein, um das Ersparte sofort auszugeben. Es bildet im besten Fall den Grundstock für ein neues Sparziel.