FondsHochzinsfonds geht die Energie aus

Anleihespezialisten in den USA ziehen derzeit Hochzinsanleihen bonitätsstarken Staatsanleihen vor. Schaut man sich die Performance von High-Yield-Fonds an, die in US-Dollar notierte Anleihen kaufen, erstaunt diese Entscheidung. Seit Jahresbeginn haben die Produkte nämlich im Schnitt 3,9 Prozent an Wert verloren, zeigen Zahlen der Fondsratingagentur Morningstar. Im Vergleich zu US-Staatsanleihefonds haben sie allerdings gut abgeschnitten. Diese haben seit Anfang des Jahres durchschnittlich sogar um 6,5 Prozent nachgegeben.

Die steigenden Zinsen in den USA setzen die Anleihekurse unter Druck. High-Yield-Bonds reagieren nicht so sensibel auf Zinsanstiege wie Staatsanleihen – das sieht man an den jüngsten Performancedaten. Auch auf lange Sicht haben US-Hochzinsfonds besser abgeschnitten als Produkte, die in US-amerikanische Staatsanleihen investieren. In den vergangenen drei Jahren legten sie im Schnitt um 8,1 Prozent pro Jahr an Wert zu. Staatsanleihefonds erzielten im selben Zeitraum im Schnitt ein Plus von 6,3 Prozent jährlich.

Auf den ersten Blick ist die starke Dreijahresperformance von US-Hochzinsfonds überraschend. In den vergangenen zwei Jahren beherrschten High-Yield-Bonds aus dem US-Energiesektor die Schlagzeilen. Der Ölpreissturz hatte zur Folge, dass mehrere Energieunternehmen ihre Anleihen nicht mehr bedienen konnten. Wer nur die schlechten Nachrichten verfolgte, konnte den Eindruck gewinnen, der gesamte US-Hochzinsmarkt stecke in der Krise. In anderen Marktbereichen war die Lage allerdings deutlich entspannter.

Bonds aus dem Energiesektor können bremsen

Derzeit investieren Manager von US-Hochzinsfonds nach Daten von Morningstar im Schnitt 27,2 Prozent des Anlegergeldes in Bonds aus dem Energiesektor. Die schwächsten Anleihen seien bereits ausgefallen, die Marktbereinigung weitgehend abgeschlossen, argumentieren die Manager. Bei den Managern der Top-Ten-Hochzinsfonds der vergangenen drei Jahre ist allerdings eine gewisse Zurückhaltung zu beobachten.

So ist der Erstplatzierte, ein Fonds der Credit Suisse, nur zu rund fünf Prozent in Bonds aus der Energiebranche investiert. Papiere aus der Nicht-Basiskonsumgüter-Branche und dem IT-Sektor sind deutlich stärker vertreten. In den vergangenen drei Jahren legte der Fonds um elf Prozent pro Jahr an Wert zu. Im laufenden Jahr hat er sich mit einem Minus von 0,6 Prozent gut gehalten.

Auch beim Drittplatzierten, einem Fonds von Fidelity, sind Energie-Hochzinsanleihen mit 12,6 Prozent deutlich unterdurchschnittlich gewichtet. Der Fonds erzielte in den vergangenen drei Jahren ein jährliches Plus von 10,7 Prozent. Seit Beginn dieses Jahres hat er sich mit 2,7 Prozent Minus besser gehalten als der Durchschnitt.