FondsFondsabsatz bricht ein

2018 war ein schwieriges Jahr für Fonds
2018 war ein schwieriges Jahr für FondsPixabay

Anleger haben im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld in Fonds investiert als im Vorjahr. Aktiv verwaltete Fonds und ETFs verzeichneten im Jahr 2018 weltweit Zuflüsse in Höhe von 937 Mrd. US-Dollar, zeigt eine Auswertung des Analysehauses Morningstar. Ein Jahr zuvor hatte die Fondsbranche mit rund 2000 Mrd. US-Dollar noch mehr als das Doppelte eingesammelt. Rechnet man Geldmarktfonds heraus, ging die Nachfrage sogar um rund zwei Drittel zurück. Die Produkte dienen oft als kurzfristige Geldparkplätze und spiegeln nicht unbedingt die Vorlieben der Investoren wider. Fast überall haben sich Anleger zuletzt zurückhaltender gezeigt: In den USA sank der Fondsabsatz von 795 auf 379 Mrd. US-Dollar, in Europa ging er sogar von 612 auf 174 Mrd. US-Dollar zurück.

Rentenfonds waren im Jahr 2018 besonders unbeliebt. Ihre Zuflüsse sanken unterm Strich von 891 auf 156 Mrd. US-Dollar. Ein wichtiger Grund dafür dürften die Zinsanhebungen der US-Notenbank gewesen sein, die zeitweise die Anleihekurse in den USA und in Europa belasteten und bei Anlegern für Unsicherheit sorgten. Auch die Nachfrage nach alternativen Investmentfonds ging deutlich zurück. Nach Zuflüssen in Höhe von 98 Mrd. US-Dollar im Jahr 2017 sammelten die Produkte, die unter anderem Hedgefonds-Strategien im Mantel regulierter Investments anbieten, im vergangenen Jahr nur noch 6 Mrd. US-Dollar ein.

Aktienfonds hielten sich dagegen überraschend gut – trotz der heftigen Marktkorrekturen im Februar und im Oktober. Zwar sanken auch ihre Zuflüsse im Jahresvergleich von 604 auf 352 Mrd. US-Dollar. „Der Rückgang fiel aber längst nicht so heftig aus wie 2011 und 2016, als die Volatilität an den Märkten ebenfalls deutlich anstieg und Aktien-Investoren die Kauflaune verhagelte“, sagt Morningstar-Experte Ali Masarwah.

Aktien-ETFs gefragt

Die schwachen Absatzzahlen dürften den Wettbewerb zwischen aktiven und passiven Fondsanbietern weiter befeuern. Indexfonds machen aktiv verwalteten Produkten immer schärfere Konkurrenz. Das liegt vor allem daran, dass viele aktive Fondsmanager es langfristig nicht schaffen, den breiten Markt zu schlagen, für ihre unterdurchschnittliche Leistung aber vergleichsweise hohe Gebühren verlangen. Branchenbeobachter sagen dem aktiven Teil des Fondsmarktes deshalb langfristig eine Konsolidierung voraus. Die Absatzzahlen des vergangenen Jahres scheinen diese Vorhersage zu bestätigen.

ETF-Anbieter dagegen konnten sich im vergangenen Jahr über solide Absätze freuen. Das zeigt sich, wenn man die globalen Fondszuflüsse – ohne Geldmarktprodukte – nach aktiven und passiven Produkten trennt. Während aktive Fonds unterm Strich Abflüsse verzeichneten, verbuchten Indexfonds laut Morningstar weltweit Zuflüsse in Höhe von 695 Mrd. US-Dollar. Das meiste Geld floss in Aktien-ETFs. Passive Produkte hatten damit zuletzt einen Anteil von rund 41 Prozent an allen Aktienfonds weltweit, gemessen am verwalteten Vermögen. Auch Renten-ETFs sammelten im vergangenen Jahr eine dreistellige Milliardensumme ein.

Der Branchenverband BVI, in dem überwiegend aktive Asset-Manager vertreten sind, zeigt sich mit der Bilanz des vergangenen Jahres trotzdem zufrieden. „Das Neugeschäft bewegte sich auf dem Niveau der Vorjahre“, sagt BVI-Präsident Tobias Pross. Er weist darauf hin, dass 2017 ein Rekordjahr für die Branche war. Aus diesem Grund falle die Differenz zwischen den Jahren 2017 und 2018 besonders scharf aus. Der gesunkene Fondsabsatz im vergangenen Jahr war laut BVI vor allem der gestiegenen Unsicherheit an den Finanzmärkten geschuldet.