AktienDie Börsen haben mehr zu bieten als Apple & Co.

Das berühmte Logo von Apple
Das berühmte Logo von Apple Getty Images

Während die Weltwirtschaft sich weiter erholt, bleibt die Corona-Krise das große Thema an den Märkten. Wird es eine zweite Welle der Pandemie geben oder kann die Krankheit eingedämmt und damit ein erneuter Lockdown der Wirtschaft verhindert werden? Insbesondere in den USA scheint die Pandemie außer Kontrolle zu geraten. Die Anzahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus erreichte die Zahl von mehr als 50.000 Menschen am Tag – so viel wie noch nie. Erneute Geschäftsschließungen werden die stärkste Wirtschaft der Welt wieder kräftig belasten.

Gleichzeitig lassen die Fundamentaldaten kaum Raum für Enttäuschungen. Die Bewertung am US-Aktienmarkt ist mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von knapp 25 so hoch wie seit dem Internethype im Jahr 2000 nicht mehr. Eine Belastung für den Markt ist auch die Dominanz von wenigen Titeln am US-Aktienmarkt. Die fünf größten US-Titel sind derzeit Apple, Microsoft, Alphabet, Amazon und Facebook, die einen Anteil von rund 15 Prozent am gesamten US-Aktienmarkt ausmachen. Das ist höher als im Jahr 2000 als die fünf größten Titel für knapp 13 Prozent des Gesamtmarktes standen.

Dennoch gehören die größten Titel unserer Zeit zu den beliebtesten Aktien wie die Umsätze an verschiedenen Börsen und Plattformen zeigen. An den deutschen Börsen stehen diese Titel bei Anlegern ebenfalls hoch im Kurs.

Investmentalternativen auf die großen Titel

Wer allerdings das Abschneiden dieser Aktien anschaut, nachdem sie in die Top 10 der größten Titel aufgestiegen sind, wird erkennen, dass sich irgendwann eine Underperformance einstellt. Daher sind defensive Produkte wie etwa Discountzertifikate auf Apple (WKN: HZ3BWM, HVB onemarkets) oder auf Facebook (WKN: MC8X83, Morgan Stanley) eine attraktive Alternative zu einem direkten Aktienkauf.

Denn nach etwa einem Jahr ist die Wertentwicklung, einer Analyse von Dimensional Fund Advisors zufolge, noch um fast ein Prozent besser als der Gesamtmarkt. Nach fünf Jahren ist der Vorteil im Durchschnitt allerdings verloren und die Titel schneiden um etwa ein Prozent schlechter ab als der gesamte Aktienmarkt und nach zehn Jahren beträgt diese Underperformance rund 1,5 Prozent. Mit anderen Worten: Auch wenn es derzeit schwer vorstellbar ist, werden Apple & Co. innerhalb von zehn Jahren von anderen Titeln in der Gunst der Anleger überholt werden.

Neben den fundamentalen Daten wird die Politik die Richtung maßgeblich beeinflussen. Auf europäischer Ebene rückt die seit Anfang Juli laufende deutsche EU-Ratspräsidentschaft in den Vordergrund. Bundeskanzlerin Angela Merkel muss nicht nur die Corona-Krise meistern, sondern auch bei Klimaschutz und Digitalisierung liefern. Senden die EU-Partner ein starkes Signal der Gemeinschaft aus, könnte dies auch dazu führen, dass internationale Investoren ihr Engagement auf dem alten Kontinent erhöhen. Zuletzt entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte bereits besser als die US-Indizes. Dann dürften die großen europäischen Titel die Gunst der Stunde nutzen.

 


Daniel Saurenz betreibt das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus