ZinsenDeutsche Sparer – trauriger Blick Richtung USA

Eine Männerhand hält eine kleien US-Flagge in die Höhe
In den USA stehen die Zeichen auf Aufschwung

Während damals die US-Notenbank beherzt begann, die Zinsen schnell zu senken, und mit Geld den Markt zu fluten, waren die Europäer zunächst zögerlich. Dieser Zeitverschub hat sich bis jetzt manifestiert, und deshalb ist auf dem Tagesgeldkonto hierzulande ebenso wie auf Festgeldanlagen kaum etwas zu holen. Auch die dogmatische Schwarze-Null-Politik der obersten schwäbischen Hausfrau Wolfgang Schäuble hat sicherlich nicht dazu beigetragen, dass Europa die Amerikaner beim Lauf aus der Krise überholt hätte. Wie sieht die Zinslandschaft Ende 2017 aus und gibt es Hoffnung für das kommende Jahr?

Zinsen für zweijährige US-Anleihen klettern in die Höhe

Die US-Notenbank hat zuletzt ihren eingeschlagenen Kurs fortgesetzt und bei der Sitzung am 13. Dezember die Leitzinsen erneut um 25 Basispunkte (0,25 Prozentpunkte) auf 1,25 bis 1,5 Prozent angehoben. Zudem hat die Fed bekräftigt, dass sie die Zinsen im Jahr 2018 drei Mal anheben möchte. Gleichzeitig baut die US-Notenbank ihre 4,4 Billionen Dollar schwere Bilanzsumme allmählich durch den Verkauf von Staats- und Hypothekenanleihen ab. Der Sinn dieser Übung: für zusätzlichen Aufwärtsdruck bei den Renditen sorgen. In diesem Umfeld sind die Zinsen für zweijährige US-Anleihen, die üblicherweise besonders stark auf eine Veränderung bei den Leitzinsen reagieren, gegenüber dem Tief vom September bei 1,26 Prozent auf mehr als 1,9 Prozent nach oben geschossen und nähern sich damit rapide der Marke von 2,0 Prozent.

US-Steuerreform könnte nur ein kurzes Strohfeuer auslösen

Für zusätzlichen Aufwärtsdruck bei den Zinsen sorgt Trumps Steuerreform. Im Rahmen der Reform sinkt der Steuersatz für Unternehmen von 35 auf 21 Prozent. Allerdings kommen die Steuersenkung fast ausschließlich den Amerikanern mit einem Einkommen ab 50.000 Dollar zugute, weshalb die Reform laut der Einschätzung von Experten die Wirtschaft bei Weitem nicht so stark ankurbeln dürfte wie erwartet. Einen weitaus größeren Einfluss auf die Wirtschaft hätte eine Entlastung der unteren und mittleren Einkommen, deren Konsumanteil weit über dem der höheren Einkommen liegt. Etliche Experten gehen daher davon aus, dass die Steuerreform die Wirtschaft im Jahr 2018 um lediglich 0,3 Prozent ankurbeln und damit nur für ein Strohfeuer sorgen dürfte. Auch die Prognose der Fed spricht dafür, dass die Steuerreform langfristig nicht den zuvor erwarteten Einfluss auf die US-Konjunktur haben wird. Die US-Notenbank hob für 2018 ihre Prognose für das Wirtschaftswachstum von 2,1 Prozent auf 2,5 Prozent an, jene für 2019 allerdings nur von 2,0 Prozent auf 2,1 Prozent.

Mickrige Zinsen für Bundesanleihen

Gleichzeitig befürchten Investoren, dass die Fed mit möglichen weiteren Zinserhöhungen die Wirtschaft noch mehr bremsen könnte. Wegen dieser Sorge tendieren die Zinsen für zehnjährige US-Anleihen mit rund 2,4 Prozent seit Anfang Oktober lediglich seitwärts. Damit liegen sie unter dem Niveau von 2,5 Prozent von Mitte Dezember 2016, obwohl die Fed die Leitzinsen seit damals vier Mal angehoben hat“, sagt Franz-Georg Wenner vom Börsenportal Indexradar Dennoch können sich die Renditen im Vergleich zu den Zinsen für zehnjährige Bundesanleihen von mickrigen 0,3 Prozent mehr als sehen lassen. Wie sehr würden sich viele Anleger freuen, wenn die hiesigen Zinsen mal bei 2,4 Prozent liegen würden? Das Ende der Niedrigzinsphase könnte allerdings noch sehr lange auf sich warten lassen. EZB-Chef Mario Draghi hat zwar angekündigt das Anleihenkaufprogramm ab Januar 2018 auf 30 Mrd. Euro pro Monat zu halbieren. Allerdings soll es im September nicht abrupt auslaufen und mit Zinserhöhungen ist erst lange nach Auslaufen des Programms zu rechnen, sodass Sparer wohl weiter auf der Suche nach attraktiven Alternativen bleiben müssen

Der Gouverneur der österreichischen Notenbank und EZB-Rat Nowotny sprach sich jüngst für ein zeitnahes Ende der Anleihenkäufe aus. „Wenn die Wirtschaft weiter so gut läuft, könnten wir das Anleihekaufprogramm 2018 auslaufen lassen.“ sagte er der SZ.

Festzinsanleihe als Alternative

Eine theoretische Alternative für hiesige Anleger, um dennoch ein paar Zinsen zu bekommen, ist der Kauf zehnjähriger US-Anleihen. Allerdings hat man dann das Währungsrisiko, weil der Dollar gegenüber dem Euro weiter fallen könnte. Stattdessen können Anleger beispielsweise auf eine Festzinsanleihe der IKB (WKN A2GSG1), die im Februar 2023 ausläuft, setzen. Hier beträgt der Verzinsung immerhin 1,3 Prozent p.a.

Mutige Anleger haben die Möglichkeit in Knock-Outs auf den Bund-Future, welcher die Zinserwartungen der Anleger abbildet, zu investieren. Mit einem moderaten Hebel von 8,5 gibt es für Bullen den Turbo-Bull mit der WKN GD568S und für Bären den Turbo-Bear mit der WKN SE6ZYG (Hebel: 9) – unser Favorit.