VerhaltensregelnDas ist alles an der New Yorker Börse verboten

Lachende Händler an der New Yorker Börse
Gute Laune ist offenbar erlaubt auf dem Börsenparkett, bei anderen Dingen sind die Regeln strengerdpa

Historiker und Archäologen lernen früh: Verbote werden meist aus gutem Grund erlassen. Sind per Gesetz oder Regelung bestimmte Verhaltensweisen untersagt, ist es naheliegend, dass es in der Vergangenheit eben zu jenen unerwünschten Vorfällen gekommen ist. Das legt im Fall der New Yorker Stock Exchange (NYSE) den Verdacht nahe, dass es auf dem Börsenparkett einst ziemlich wild zugegangen sein muss. Denn die altehrwürdige Institution an der Wall Street pflegt einen umfangreichen Bußgeldkatalog für ungebührliches Verhalten.

Ein 2015 veröffentlichtes Memo informiert über die Verhaltensregeln auf dem Börsenparkett. Manche Vorschriften gelten im gesamten Geschäftsbereich der NYSE. Nicht nur Mitglieder und deren Angestellte müssen die Regeln beachten. Sie haben auch dafür Sorge zu tragen, dass Gäste sich gebührlich verhalten.

#1 Raufen

Manch ein Händler hat das Börsenparkett offenbar schon mal mit seinem Verbindungshaus verwechselt. Die New Yorker Stock Exchange untersagt jedenfalls explizit jede Form des Raufens. Darunter fällt spielerische, physischer Kontakt, bei dem beide Seiten mitmachen. „Raufen ist unprofessionell“, mahnt die Börse. Dementsprechend saftig fallen die Bußgelder aus. Beim ersten Mal sind 500 US-Dollar fällig. Wiederholungstäter werden mit 1000 Dollar zur Kasse gebeten. Die NYSE stellt außerdem klar: Körperliche Auseinandersetzungen fallen nicht unter „Raufen“. Sie können disziplinarische Folgen nach sich ziehen.

#2 Dresscode

An der New Yorker Börse herrscht ein strikter Dresscode. Der regelt nicht nur im Einzelnen, welche Kleidungsstücke für Damen und Herren erlaubt sind. Er schreibt auch vor, dass die Kleidung „halbwegs gebügelt und nicht zerknittert“ sein darf. Bart-Wildwuchs ist ebenfalls verboten. Verstöße gegen den Dresscode werden mit 250 Dollar geahndet. Beim zweiten Mal liegt das Bußgeld bereits bei 500 Dollar.

#3 Streiche

Die Börse ist kein Kindergarten. Dummejungenstreiche haben hier nichts verloren. Wer trotzdem meint, jemandem einen Streich spielen zu müssen, zahlt 250 Dollar. Beim zweiten Verstoß werden 500 Dollar fällig.

#4 Beleidigung

Noch härter greift die New Yorker Börse durch, wenn es um „beleidigende oder unschickliche“ Aussagen und/oder Handlungen geht. Die werden beim ersten Mal mit 500 Dollar geahndet. Beim zweiten Mal muss der Übeltäter 1000 Dollar entrichten. Die NYSE hält sich hier mit Beispielen zurück. Sie grenzt Beleidigung aber deutlich ab von Belästigung beziehungsweise Schikanierung aufgrund von Hautfarbe, ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion, Alter, Behinderung etc. Selbst Verhalten, das nicht per se illegal ist, wird demnach nicht toleriert.

#5 Tröten

Einen saftigen Gewinn mit Vuvuzela feiern? Nix da. Alle Arten von Tröten oder Megafonen sind auf dem Börsenparkett streng verboten. Laut wird hier nur die Glocke. Ersttäter zahlen 500 Dollar, Wiederholungstäter 1000 Dollar.

#6 Handy

„Handygebrauch und Simsen sind auf dem Parkett nicht erlaubt“, teilt die NYSE mit. Dasselbe gelte für Video- und Audioaufnahmen sowie für Fotos mit Blitz. Hier werden 250 beziehungsweise 500 Dollar fällig.

#7 Laufen

Beim Aktienhandel geht es schnell mal um Zehntelsekunden. Laufen ist aber unter allen Umständen auf dem Parkett untersagt. Beim ersten Verstoß droht ein Bußgeld in Höhe von 250 Dollar. Wiederholungstäter zahlen das Doppelte.

#8 Anzügliche Bilder

Eine halbnackte Frau als Screensaver auf dem Laptop? Da muss sich der Börsenhändler ein neues Motiv suchen. „Unangemessenes“ Material in Bild- und Textform darf im Bereich der New Yorker Börse nicht gezeigt oder herumgereicht werden. Darunter fallen diskriminierende, anstößige und anzügliche Motive. Wer dagegen verstößt, zahlt 500 Dollar, beim zweiten Mal 1000 Dollar.