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Aktien Comeback der Eventbranche: Wie Anleger profitieren können

Bei CTS Eventim läuft der Ticketverkauf endlich wieder
Bei CTS Eventim läuft der Ticketverkauf endlich wieder
© dpa
Nach zwei Jahren Corona-Pause regt sich allmählich Hoffnung in der Event- und Festivalbranche. Der Comeback-Sommer steht bevor, die Kundschaft ist in Feierlaune. Eine Chance für Anleger?

Endlich wieder Konzerte, endlich wieder feiern! Darüber freuen sich nicht nur die Besucher: Nach langer Corona-Pause schöpft Deutschlands Veranstaltungswirtschaft mit ihren rund 243.000 Unternehmen neue Kraft. Der Sommer 2022 verspricht ein Leben wie vor der Pandemie – ohne Kontaktbeschränkungen, Lockdowns und Versammlungsverbote. „Die Besucher wollen wieder Präsenzveranstaltungen. Viele Großevents waren innerhalb weniger Stunden ausverkauft“, sagt Randell Greenlee vom Branchenverband für Medien- und Veranstaltungstechnik (VPLT).

In den Jahren bis Pandemiebeginn erwirtschaftete der Markt einen Rekordumsatz nach dem anderen. Allein Ticketverkäufe für Livemusik spielten im Jahr 2019 mehr als 1,6 Mrd. Euro in die Kassen der Veranstalter. Dann traten die ersten Covid-19-Fälle auf und der Umsatz brach bis Ende 2020 um beinahe 76 Prozent auf ein historisches Tief ein. „Unter anderem sorgten die chaotisch durchgeführten föderalistischen Maßnahmenpakete dafür, dass Veranstalter keine Planungssicherheit hatten und Besucher völlig verunsichert waren, ob Veranstaltungen sicher seien“, kritisiert Greenlee.

Das Coronavirus ist zwar noch nicht verschwunden, doch die Lage dank Impffortschritt und eingespielter Sicherheitsmaßnahmen deutlich sicherer. Eines der börsennotierten Unternehmen, die jetzt davon profitieren könnten, ist CTS Eventim aus München. Der Event-Veranstalter und Ticketvermarkter ist deutschlandweiter Marktführer und zählt auch international zu den absoluten Spitzenreitern. Die Eventim-Gruppe vertrieb nach eigenen Angaben bis Pandemiebeginn jährlich etwa 250 Millionen Tickets. Nach Umsatzerlösen in Höhe von 1,4 Mrd. Euro im Jahr 2019, brachen die Einnahmen im Pandemiejahr 2020 um 82 Prozent ein. Mittlerweile geht es wieder steil bergauf. Im Anfangsquartal 2022 lag der Umsatz bei starken 139 Mio. Euro, verglichen mit lediglich 19,6 Millionen ein Jahr zuvor. Im April und Mai verkaufte CTS Eventim dann sogar mehr Tickets als im Vergleichszeitraum 2019.

Die Aktie des MDax-Titels verhält sich äußerst volatil. Trotz des soliden Zahlenwerks fiel sie seit Anfang Mai um 16 Prozent, vermutlich auch aufgrund von Gewinnmitnahmen. Seit dem Corona-Tief im März 2020 steht ein Plus von knapp 72 Prozent. Die Aktie kostet zurzeit 53,40 Euro. Berenberg-Analysten belassen CTS Eventim auf „Buy“ mit einem Kursziel von 80 Euro.

Ein weiteres Unternehmen, das vom Party-Aufschwung profitieren könnte, ist Live Nation Entertainment. Die US-Amerikaner sind der weltweit führende Veranstalter von Live-Musik-Shows und breit aufgestellt, übernehmen alles vom Ticketverkauf über die Produktion der Shows bis hin zum Management der Künstlerinnen und Künstler. Nach Rekordeinnahmen von umgerechnet rund 11 Mrd. Euro im Jahr 2019 brachen diese 2020 um knapp 83 Prozent ein. Jetzt ziehen die Verkäufe wieder an: Alleine im ersten Quartal 2022 verkauften die Amerikaner 63 Millionen Tickets – das viertbeste Ergebnis in ihrer Unternehmensgeschichte. Unterm Strich blieb dennoch ein Verlust von umgerechnet 48 Mio. Euro.

Risiken nicht unterschätzen

Die Live-Nation-Entertainment-Aktie pendelt im bisherigen Jahresverlauf lebhaft zwischen 80 und 110 Euro. Auf Ein-Jahres-Sicht ergibt das einen aktuellen Kursgewinn von 23 Prozent. Die Mehrheit der Analysten raten zum Kauf, mit einem mittleren Kursziel von rund 118 Euro.

Das zeigt: Ein Investment in die Event- und Festivalbranche bietet Privatanlegern aktuell viele Chancen, aber ebenso hohe Risiken. Der Kursverlauf orientiert sich enorm an der Pandemieentwicklung. Dazu kommt die weitere Inflationsentwicklung, die sich gleichermaßen auf die Gewinnmargen der Veranstalter und das Nachfrageverhalten der Besucher negativ auswirken dürfte. Investments eignen sich daher nur für risikobewusste Anleger.


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