Fonds B.A.D. – der böse ETF

Symbolbild Geldanlage
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In einer Anlagewelt, die offenbar versessen darauf ist, Gutes zu tun, versucht ein Fondsanbieter, von dem Nicht-so-Guten zu profitieren. Der Name des ETF ist Programm

Listed Funds Trust plant den B.A.D ETF – betting, alcohol, drugs – aufzusetzen, ein passives Produkt, das einen Index von Wett-, Alkohol- und Drogenunternehmen abbilden soll, wie aus einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC hervorgeht.

Der von Thematic Investments entwickelte Index umfasst sowohl in den USA notierte Aktien als auch American Depositary Receipts und Global Depositary Receipts aus Industrie- und Schwellenländern. Er wird Unternehmen umfassen, die den größten Teil ihres Geldes mit Kasinos oder Glücksspielen, der Herstellung oder dem Verkauf von Alkohol oder Cannabis und der Entwicklung von pharmazeutischen Produkten verdienen, heißt es in der Einreichung.

Der Fonds, der noch keinen Ticker hat, wird eine Kostenquote von 0,75 Prozent haben.

Der geplante neue börsengehandelte Fonds kommt zu einer Zeit, in der sich ein Großteil der Investmentwelt Fonds zuwendet, die höhere Umwelt-, Sozial- und Governance-Standards erfüllen. Viele dieser Produkte schließen so genannte Sündenaktien aus, also Unternehmen, die in Geschäfte verwickelt sind, die manchen als unethisch gelten.

Cathie Woods will Transparenz-ETF auflegen

Diese Standards variieren je nach Land und Investor, aber im Allgemeinen umfasst der Begriff Aktien, die mit Glücksspiel und Alkohol sowie Tabak und Waffen in Verbindung stehen. Erst letzten Monat hat Cathie Woods Ark Investment Management die Zulassung eines Transparenz-ETF beantragt , der Branchen wie Alkohol und Glücksspiel ausschließt.

Nichtsdestotrotz können solche Unternehmungen viel Geld einbringen, und die Fondsanbieter wissen das.

An anderer Stelle ihres ETF-Angebots ist Wood stark in das Online-Glücksspielunternehmen Draftkings investiert. Im Juli legte Ross Gerbers Firma den Advisor Shares Gerber Kawasaki ETF auf, der unter anderem in „Dinge investiert, die früher illegal waren“ – nämlich Cannabis und Online-Glücksspielunternehmen.

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