Podcast Marantec-CEO Kerstin Hochmüller: „Offenheit macht uns krisenfester“

Marantec-CEO Kerstin Hochmüller
Marantec-CEO Kerstin Hochmüller
© © Felix Niekamp – more.than.u.C.
Der Antriebsmotorenhersteller Marantec könnte mit seinen Motoren für Garagen- und Industrietore als „Hidden Champion“ gelten. Warum sie lieber den Begriff „Open Champion“ bevorzugt, erklärt CEO Kerstin Hochmüller im Podcast

Es gibt ein Konzept, von dem Kerstin Hochmüller gar nicht viel hält – und das ist die Idee des Hidden Champion, also des alleine in der Provinz vor sich hin werkelnden Weltmarktführers. Dieses alte Erfolgsprinzip deutscher Mittelständler habe ausgedient, sagt die Chefin der Marantec Group, eines Spezialisten für Antriebe in Garagen und Industrietoren. „In der Geheimniskrämerei kann nicht die Zukunft liegen“, sagt Hochmüller im Podcast „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“.

Hochmüller selbst zieht den Begriff „Open Champion“ vor: „Offenheit macht uns krisenfester.“ Mit Offenheit meint die Marantec-Chefin die Bereitschaft, eigenes Know-how mit anderen zu teilen, um aus Industrieprodukten ganze Geschäftsmodelle zu entwickeln.

Doch es geht ihr auch um die Abläufe im eigenen Unternehmen, wo sie ihre Mitarbeiter ermutigen möchte, selbst mehr Entscheidungen zu treffen. „Ich verachte Hierarchien, wenn sie sich auf Positionen beziehen“, sagt Hochmüller. „Entscheiden sollte der mit der größten Expertise – und nicht der, der seit 20 Jahren im Unternehmen ist.“

Zukunftsprojekt digitale Garage

Die Managerin und Mitgesellschafterin kennt das Unternehmen bereits seit den 90er-Jahren, als sie Marantec strategisch beriet. Das Antriebsunternehmen war im Grunde eine Ausgründung des westfälischen Garagentor-Fabrikanten Hermann Hörmann – der Marantec-Gründer Michael Hörmann entstammte der Familie und wollte sich selbstständig machen. Vor allem durch Zukäufe und eine Verfeinerung der Produktpalette wuchs das Unternehmen und macht inzwischen etwa 100 Mio. Euro Umsatz pro Jahr.

Hochmüller, die Marantec seit 2013 leitet, hat das zentrale Ziel, das Unternehmen über das Spezialprodukt hinauszuführen und für digitale Geschäftsmodelle zu öffnen. Mit diesem Konzept im Hintergrund arbeitet das ostwestfälische Unternehmen auch mit Start-ups zusammen. Eine Idee: Vernetzte Garagen, die auch als Lagerräume genutzt werden können, mit digitalem Zugang. Es ist ein Zukunftskonzept, das dem Unternehmen auch dann helfen soll, wenn künftig einmal – möglicherweise – weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind und Garagen nicht mehr als Stellplätze gebraucht werden.

Wie die Kooperation mit Startups genau funktioniert und warum man Chaos im Unternehmen auch mal aushalten muss, erklärt Kerstin Hochmüller im Gespräch mit Tobias Rappers, Managing Director des Maschinenraums, und Nils Kreimeier, leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital.

Alle Folgen von „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“ finden Sie bei Audio Now,Apple Podcasts, und Spotify – und natürlich auf Capital+ in der Rubrik Podcasts und Artikel zum Anhören.


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