AltersvorsorgeSo spart man richtig fürs Alter

Rentner in Deutschland
Rentner in Deutschlanddpa

Alle Jahre wieder schauen Millionen von Deutschen an Silvester in den farbenfrohen Himmel und nehmen sich vor, diesmal alles anders zu machen. Abnehmen. Mit dem Rauchen aufhören. Auch „für das Alter sparen“ ist ein beliebter Neujahresvorsatz. Und wie in jedem Jahr dürften die guten Vorsätze spätestens jetzt wieder in Vergessenheit geraten sein. Anders lässt sich nicht erklären, dass die Deutschen in Sachen Vorsorge noch immer derart miserabel abschneiden. Zuletzt hat das Berliner Fintech Weltsparen bei den Bundesbürgern nachgefragt, ob und wie sie fürs Alter vorsorgen. Das Ergebnis ist ernüchternd: Von rund 2000 Befragten legt weniger als die Hälfte Geld fürs Alter zurück – und das, obwohl mehr als jeder Dritte davon ausgeht, dass ihm die gesetzliche Rente später nicht zum Leben reichen wird.

Die Gründe für die Vogel-Strauß-Taktik beim Thema Altersvorsorge sind vielfältig. In der Umfrage gaben 40 Prozent der männlichen und 50 Prozent der weiblichen Befragten an, dass ihnen schlicht die finanziellen Mittel fehlen, um zusätzlich zu allen anderen Ausgaben auch noch in die eigene Altersvorsorge zu investieren. Dabei muss man nicht reich sein, um Geld fürs Alter zurückzulegen. Private Vorsorge geht schon ab wenigen Euro im Monat. Die wichtigsten Tipps im Überblick.

Zinseszins-Effekt nutzen

Wie viel Vorsorgesparer für ihre Zusatz-Rente zur Seite legen müssen, hängt davon ab in welchem Alter man anfängt und wann der Ruhestand beginnt. Wer gerade mit der Ausbildung oder dem Studium fertig ist, hat bis zum Ruhestand in der Regel noch mehr als 40 Jahre Zeit. Junge Menschen können daher bereits mit wenigen Euro im Monat ein passables Polster fürs Alter aufbauen. Aber auch wer das Vorsorgesparen erst mit 45 Jahren beginnt, kann noch ein kleines Vermögen ansammeln. Wichtig ist die Kontinuität: Monatlich über viele Jahre 15 Euro zurücklegen bringt meist mehr als einmalig eine größere Summe. Grund ist der sogenannte Zinseszins-Effekt: Er beschreibt, wie sich Geld im Laufe der Zeit enorm vermehrt, wenn es renditeträchtig angelegt wird und die Erträge sofort wieder reinvestiert werden. Je länger der Zeitraum und je höher der Zinssatz, desto stärker fällt er aus.

Die richtigen Anlageprodukte wählen

Das liebste Sparprodukt der Deutschen ist noch immer das Tagesgeldkonto bei der Hausbank. Für die Altersvorsorge eignet es sich jedoch wenig. Die Zinsen aufs Tagesgeld sind so niedrig, dass Sparer damit nicht mal gegen die Inflation ankommen – geschweige denn Rendite erwirtschaften. Wer langfristig Vermögen aufbauen möchte, kommt an Aktien nicht vorbei. Nur sie werfen die Renditen ab, mit denen der Zinseszins-Effekt seine Macht entfalten kann. So hat der deutsche Leitindex Dax, in dem die wichtigsten deutschen Aktiengesellschaften versammelt sind, in den vergangenen Jahrzehnten im Durchschnitt immerhin acht Prozent Jahresgewinn erzielt – und zwar völlig unabhängig vom Einstiegszeitpunkt und trotz einiger heftiger Crashs zwischendurch.

Lieber wenig als nichts

Den schlimmsten Fehler, den Vorsorgesparer machen können, ist, gar nichts zu tun. Selbst kleine Summen können über die Jahre eine große Wirkung entfalten. Nötig ist nur eine gesunde Portion Disziplin, Durchhaltevermögen und ein rechtzeitiger Motivationsschub, um so früh wie möglich mit dem Sparen zu beginnen. Um sich selbst zu disziplinieren, empfehlen Vorsorgeexperten einen Trick: Das Geld sollte gleich zu Monatsanfang in das Sparprodukt fließen. Dann gewöhnt man sich gar nicht erst daran, mehr zu haben und auszugeben. Viele Sparer dürften dann überrascht sein, wie wenig sie die fehlenden Euros im Portemonnaie vermissen – und wie sehr das Ersparte mit der Zeit anwachsen wird.