DepotgebührenSo finden Sie das richtige Depot

Um einzuschätzen, ob sich ein Flatrate-Depot lohnt, muss man zunächst die Kosten des eigenen Depots berechnenGetty Images

Achten Sie auf die Basis

Die Depotgebühren berechnen sich nach einem Prozentsatz, aber auf die Basis kommt es an. Die HypoVereinsbank nimmt als Grundlage das Depotvolumen, die Deutsche Bank dagegen das Depotvolumen und das Verrechnungskonto für die Gewinne. Bedeutet: „Weil die Berechnungsgrundlage beim Deutsche-Bank-Depot breiter ist, können die Kosten höher ausfallen“, sagt Annabel Oelmann, Finanzexpertin der Verbraucherzentrale Bremen.

Nehmen Sie den Jahresdurchschnitt

Um die Kosten Ihres gewöhnlichen Depots zu ermitteln, brauchen Sie die Grundgebühr und die Transaktionskosten. Diese Handelsgebühren weisen die Banken in Prozent aus, mit steigendem Volumen zahlen Sie also mehr. Die Transaktionsgebühren für einen Monat reichen meist nicht, womöglich haben Sie in diesem Monat besonders viel oder besonders wenig gehandelt. Bilden Sie besser einen Durchschnitt über die vergangenen zwölf Monate.

Die versteckten Kosten

Bei aktiven Fonds kassieren einige Banken zweimal ab. Der Fonds zahlt Ihrer Bank jährlich Kickbacks, eine Rückvergütung, die Ihr Geldhaus dafür erhält, dass der Fonds in Ihrem Depot liegt. Die Kickbacks finanziert der Fonds aus seinem Vermögen, also dem Geld der Anleger. Einige Institute wie die HypoVereinsbank geben dieses Geld zurück. Andere wie die Deutsche Bank behalten es ein; schlagen Sie diese Kosten dann auf die Depotkosten auf. Im Schnitt, schätzen Experten, betragen die Kickbacks gut 0,7 Prozent der Anlagesumme. Haben Sie 100.000 Euro in aktiven Fonds, kommen 700 Euro pro Jahr hinzu.

Externe Kosten zählen nicht

Egal ob Flatrate oder gewöhnliches Depot: Sie zahlen bei Kauf oder Verkauf immer Gebühren des Börsenbetreibers, die Ihnen die Bank durchleitet. Wenn Sie die Gebühren Ihres Depots berechnen, ziehen Sie diese sogenannten fremden Kosten von der Gesamtsumme ab. Ansonsten erscheint Ihnen Ihr bisheriges Depot teurer, als es ist – und Sie rechnen sich die Flatrate schön. Ihre Bank weist die fremden Kosten bei jeder Transaktion extra aus.

Nicht das billigste Angebot

Misstrauen Sie besonders niedrigen Grundgebühren. Die Targobank verlangt jährlich mindestens 250 Euro, so wenig wie kein anderes Institut. Die Commerzbank dagegen möchte für ihr PremiumDepot mindestens 580 Euro haben. Dennoch ist die Targobank nur bis zu einem bestimmten Punkt billiger als die Commerzbank, denn die prozentualen Gebühren variieren. Die Targobank verlangt ab dem zweiten Jahr 1,75 Prozent, die Commerzbank 1,45 Prozent. Die Folge: Legen Sie bei der Targobank 33.143 Euro an, zahlen Sie bei einer Gebühr von 1,75 Prozent 580 Euro, also den Commerzbank-Satz. Ab jedem weiteren investierten Euro ist die Commerzbank billiger.