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Aktien versprechen höhere Renditen als Anleihen
Aktien versprechen höhere Renditen als Anleihen

Im vergangenen Jahr bedienten sich Investmentgesellschaften und Anlageberater gern des Vokabulars von Angela Merkel: Aktien seien „alternativlos“, erklärten sie. Das Wort „alternativlos“, von der Kanzlerin etwa im Zusammenhang mit Finanzhilfe für Griechenland verwendet, wurde 2011 zum „Unwort des Jahres“ gewählt. Investmenthäuser hatten allerdings Recht, wenn sie darauf hinwiesen, dass Anleger mit Aktien deutlich besser bedient seien als mit Anleihen. Die niedrigen Zinsen machten Renteninvestments zuletzt so unattraktiv wie selten zuvor.

Auch das Jahr 2015 wird wohl eher ein Aktien- als ein Anleihejahr. Die Zinsen in der Eurozone bleiben wahrscheinlich weiter niedrig. In den USA scheint zwar eine Wende hin zu etwas höheren Zinsen anzustehen – diese dürfte aber eine stürmische Übergangszeit einleiten. Ein Investment in US-Anleihen wäre in dieser Phase eine unsichere Sache. „Anleger müssen sich darauf einstellen, dass die Niedrigzinsphase anhält und sichere Staatsanleihen weiterhin kaum Rendite abwerfen“, sagt Hans-Jörg Naumer, Leiter der Kapitalmarktanalyse beim Fondsanbieter Allianz Global Investors (AGI). Es sei für Privatanleger höchste Zeit, von Renten in Aktien umzuschichten.

US-Aktien sind relativ teuer

Mit Aktien Geld zu verdienen wird allerdings im laufenden Jahr – wie bereits 2014 – kein Kinderspiel. Der einzige große Aktienmarkt, an dem es zuletzt deutlich nach oben ging, war der US-Markt. Dieser dürfte seinen Höhenflug nicht so schnell wieder beenden, schätzen Kapitalmarktstrategen. „In den USA setzt sich die wirtschaftliche Erholung fort, das sieht man am Arbeitsmarkt, am Konsum, an den Einkaufsmanagerindizes“, sagt Naumer. Die Krux an einem Investment in US-Aktien ist: Die Papiere sind bereits vergleichsweise teuer.

In Europa sieht es nach wie vor mau aus, das Wirtschaftswachstum kommt nicht recht in Schwung. Ob es an Europas Aktienmärkten nach oben geht, hängt also noch immer stark von der Unterstützung der Notenbanken ab. Der anvisierte Ankauf von Staatsanleihen durch die Europäische Zentralbank könnte die Aktienkurse steigen lassen. Eine noch lockerere Geldpolitik würde dem europäischen Aktienmarkt nach Einschätzung von Fondsmanagern Schub verschaffen.

An der ehemaligen Konjunktur-Lokomotive Deutschland sieht man, wie nötig die geldpolitische Unterstützung ist: Der deutsche Aktienindex Dax übersprang zwar im vergangenen Jahr für kurze Zeit die Marke von 10.000 Punkten, stürzte aber zwischenzeitlich immer wieder ab und legte deshalb auf Jahressicht kaum zu. „Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen bleiben schwierig“, urteilt Tim Albrecht, Manager des Aktienfonds DWS Deutschland. Damit die Kurse deutscher Aktien im laufenden Jahr merklich klettern, müssen Unternehmen ihre Gewinne steigern. Unter dieser Prämisse blieben dividendenstarke Aktien interessant: „Im aktuellen Niedrigzinsumfeld muss man auf jeden Prozentpunkt Rendite achten.“