ImmobilienMakler-Kompass - Die besten ihrer Art

Von Poll Immobilien Frankfurt
Von Poll Immobilien, Region Frankfurt: Seit Gründung im Jahr 2000 ist aus der Firma mit vier Maklern ein international tätiges Unternehmen mit 700 Mitarbeitern in 150 Niederlassungen. Daniel Ritter steuert in Frankfurt 10 Prozent zum Umsatz bei
© Katrin Binner

Eine Dreizimmerwohnung soll es sein. 70 bis 80 Quadratmeter groß und nicht teurer als 220 000 Euro. Seit sieben Monaten sucht Steffen Woltz (Name von der Red. geändert) in Köln nach einer Immobilie, die er vermieten möchte. Dass es nicht leicht sein würde, etwas zu finden, hat der selbstständige Psychologe erwartet. Seine Heimatstadt zählt zu jenen Hotspots in der Republik, wo die Nachfrage nach Wohnraum das Angebot bei Weitem übersteigt.

Klar war dem 58-Jährigen auch, dass er es bei seiner Suche mit einer Menge Maklern zu tun haben wird. „Auf welche Inkompetenz und Dreistigkeit ich gestoßen bin, war allerdings erstaunlich“, sagt Woltz.

Der erste Vermittler eröffnete ihm bei der Besichtigung, dass der Preis 20 000 Euro über der Angabe im Exposé liege – „ein Schreibfehler, leider“. Der zweite forderte 1000 Euro Reservierungsgebühr, falls sich Woltz den Kauf überlegen wollte. Der dritte schließlich verlangte eine Courtage von 4,76 Prozent inklusive Mehrwertsteuer. Auf Woltz’ Einwand hin, die Forderung liege deutlich über den in Köln üblichen 3,57 Prozent, habe ihn der Vermittler angeraunzt: „Sie müssen die Wohnung ja nicht nehmen!“

Derlei Anekdoten weiß fast jeder Immobiliensuchende zu erzählen. In den angesagten Vierteln vieler Großstädte ist der Markt heiß gelaufen. Günstige Finanzierungen und der Mangel an Anlagealternativen bewegen immer mehr Menschen zum Kauf einer Wohnung oder eines Hauses. Neun von zehn Objekten werden von Maklern angeboten. Und nicht jeder Vermittler erfüllt seinen Job so, wie es sich Kunden und seriöse Wettbewerber wünschen.

Es sind goldene Zeiten für die Branche: Rund eine Million Wohnimmobilien wechselten zuletzt pro Jahr den Besitzer, ein Fünftel mehr als noch 2008. Der Makler kassiert zwischen fünf und sechs Prozent des Kaufpreises als Provision – plus Mehrwertsteuer. Bei einem durchschnittlichen Immobilienwert von 170 000 Euro streicht der Vermittler 8 500 bis 10 200 Euro ein.

Doch der Markt gerät ins Kippen: Die Aussicht auf lukrative Geschäfte lockt unerfahrene Anbieter, die etablierten Firmen die Provision abjagen und deren Ruf in Mitleidenschaft ziehen. Selbst Profis fällt es schwerer, gute Objekte für die Vermarktung zu finden. Zugleich dauert es immer länger, bis Immobilien vermittelt sind – und mehrere Gesetzesinitiativen stellen das Geschäftsmodell der Branche sogar infrage.

„Wer bestehen will, muss sich über Professionalität, Service und Transparenz profilieren“, sagt Peter Hettenbach, Geschäftsführer des IIB Instituts innovatives Bauen. Gemeinsam mit dem IIB und dem Analysehaus Feri Eurorating Services hat Capital Vermittler von Wohnimmobilien in 25 Regionen getestet und die 100 besten herausgefiltert.

Nach einer quantitativen Vorauswahl unter mehr als 45 000 Firmen unterzogen die Experten die 650 wichtigsten einer qualitativen Prüfung. Sie testeten die Qualifikation von Geschäftsführern und Mitarbeitern, die Akquise und Vermarktung von Immobilien, den Informationsgehalt von Exposés, den Maklervertrag und die Kostentransparenz. Nicht alle Anbieter waren bereit, den umfangreichen Fragenkatalog zu beantworten. „In Berlin, Dresden und Mannheim gaben nur je eine Handvoll Firmen Auskunft“, sagt Robin Haber, der die Analyse bei Feri leitete. „Dort ist der Wettbewerb offenbar nicht so groß wie in München oder Hamburg.“ Wer sich nicht in die Karten schauen ließ, verpasste die Chance auf einen Platz unter den Top 100.

Besonders gut schnitten bundesweit agierende Unternehmen wie Postbank Immobilien und Von Poll ab: Sie kommen auf 15 beziehungsweise 14 Platzierungen. In einigen Städten belegten lokale Anbieter wie Aigner (München), Kampmeyer (Köln) oder Grossmann & Berger (Hamburg) vordere Plätze. „Eine sehr gute Reputation ist für diese Makler ein wichtiger Erfolgsfaktor“, sagt Tobias Schmidt, Vorstandssprecher von Feri Eurorating Services.