AltersvorsorgeLebensversicherung: auszahlen oder Rente?

Symbolbild: Euro-Noten
Symbolbild: Euro-Noten - beim Thema Private Krankenversicherungen geht es bei Beitragszahlern um viel GeldPixabay

Es gibt Fragen, von denen Freunde bei einem Glas Wein ganz entspannt behaupten, dass sie solche Sorgen gerne hätten – und die Sache dann doch ganz anders sehen, wenn es bei ihnen so weit ist. Oft geht es dabei um die richtige Geldanlage. Michael Neuhaus (Name von der Redaktion geändert) schlägt sich seit Monaten mit so einer Frage herum. In einem Jahr läuft seine fondsgebundene Rentenversicherung aus. Dann ist er 58 Jahre alt und soll einen Betrag von rund 100.000 Euro erhalten. So weit, so erfreulich.

Gedanken macht er sich aus einem ganz anderen Grund: Als er die Rentenpolice vor fast 20 Jahren abschloss, dachte Neuhaus, er würde das Geld zum Schluss auf einen Schlag abrufen – obwohl er sich den Betrag auch in Form einer lebenslangen Rente auszahlen lassen könnte. Mittlerweile ist er sich wegen der niedrigen Zinsen aber nicht mehr so sicher, ob er das Geld in Eigenregie wirklich besser anlegen kann. Schließlich ist es ein Teil seiner Altersvorsorge. Was also tun?

Mit der Generation der Babyboomer steigt die Zahl der Ruheständler hierzulande schon bis zum Jahr 2025 um rund zwei Millionen Menschen. Viele haben in den vergangenen Jahrzehnten gut verdient und Geldvermögen aufgebaut, vor allem in privaten Versicherungen. Die Lebensversicherer allein schütteten im vergangenen Jahr rund 77 Mrd. Euro aus. Die Anleger stehen nun aber vor der Frage: Wie setze ich mein Kapital so ein, dass es für einen komfortablen Ruhestand reicht?

Auf 80 Prozent des bisherigen Einkommens sollte man Experten zufolge den Finanzbedarf im Ruhestand schon taxieren. Viel weniger sollte es nicht sein, denn mit dem Job entfallen zwar regelmäßige Kosten wie die Pendelei zum Arbeitsplatz, doch es steigen die Ausgaben für andere Bedürfnisse, Reisen etwa, und nicht zuletzt für die Gesundheit.

Im Prinzip stehen allen, die ein regelmäßiges Zusatzeinkommen wünschen, drei Wege offen: eine sichere lebenslange private Rente, eine gesetzliche Rente – und ein Auszahlplan auf Zins- oder Fondsbasis, der zahlt, solange das Geld reicht. Am Ende steht die schlichte Frage: Besser Rente oder alles auf einmal und dann selber einteilen?

Besonders dringlich ist das Thema für alle, die bisher wenige gesetzliche oder betriebliche Rentenansprüche angesammelt haben und feststellen, dass sie laufende Basisausgaben besser absichern müssen – am besten lebenslang. Dazu zählen häufig Selbstständige.

Nur: Rational entscheiden die Frage „Geld oder ein sicheres Leben?“ bislang die wenigsten Vorruheständler. Die meisten agieren aus dem Bauch heraus. Ein Grund dafür liegt in der Psychologie: Wer tauscht schon gern 100.000 Euro gegen 300 Euro im Monat?

Private Renten sind denn auch alles andere als beliebt. Nur 20 bis 30 Prozent der Versicherungsnehmer entscheiden sich großen Anbietern zufolge zum Beginn des Ruhestands für die Rentenleistung – der Rest zieht sein Kapital ab.