FinanzenGlänzende Zeiten für Gold

Goldbarren in einem Lager der Deutschen Bundesbank
Goldbarren in einem Lager der Deutschen BundesbankDeutsche Bundesbank / Nils Thies (CC BY-NC-ND 2.0)

Es ist nicht alles Gold, was glänzt, heißt es im Volksmund. Das dürften sich viele Anleger gedacht haben, als zuletzt der Goldpreis eingebrochen ist. Rund 1272 US-Dollar war am Dienstag eine Feinunze Gold (31,1 Gramm) noch wert, das entspricht knapp 1126 Euro. Verglichen mit der Woche zuvor ist der Preis damit um knapp 2,7 Prozent eingebrochen. Ein Blick auf den Preisverlauf des Edelmetalls in den vergangenen Monaten aber zeigt: Gold entwickelt sich trotz des jüngsten Rückschlags überaus glänzend. Seit Mitte November geht es wieder bergauf mit dem Goldpreis. Seinen bisher höchsten Stand erreichte er im Februar: Rund 1330 US-Dollar war eine Feinunze wert – also etwa 1177 Euro. Mehrere Anzeichen sprechen dafür, dass sich der Aufwärtstrend fortsetzen wird.

Gold ist vor allem in Deutschland eine beliebte Wertanlage. Private Haushalte bunkern derzeit rund 8900 Tonnen Gold im eigenen Heim. Das zeigt eine aktuelle Studie der Steinbeis-Hochschule im Auftrag der Reisebank. Damit übertreffen die Deutschen sogar die Goldreserven der US-amerikanischen Notenbank Federal Reserve (Fed). Vor allem in unruhigen Börsenzeiten gilt Gold unter Anlegern als verhältnismäßig sichere Anlage. Tatsächlich blieb der Goldpreis trotz leichter Schwankungen in den vergangenen fünf Jahren relativ stabil und bewegte sich meist zwischen 1100 und 1300 US-Dollar je Unze. Im Jahr 2018 entwickelte sich das Edelmetall außerdem besser als nahezu alle Aktienmärkte. Selbst als die Goldreserven der Türkei im vergangenen Jahr deutlich sanken und Italien kürzlich ankündigte, seine Reserven verkaufen zu wollen, ließ das den Goldpreis weitgehend kalt.

Für ein Goldinvestment sprechen weitere, ganz handfeste Gründe, sagt Wolfgang Köbler, Vorstand der Nürnberger KWS Vermögensverwaltung AG. So schrumpft die Zahl der Goldproduzenten durch Übernahmen – wie das Beispiel Barrick Gold zeigt: Der weltgrößte Goldminenbetreiber ist im Herbst mit dem US-amerikanischen Produzenten Randgold Resources fusioniert und damit zum Branchenprimus aufgestiegen. Anleger sehen sich somit weniger Anbietern mit immer größerer Marktmacht gegenüber, was den Goldpreis laut Köbler zusätzlich ankurbelt.

Ein weiterer Pluspunkt für Gold: Das Edelmetall wird rarer. Und wer sich rarmacht, steigert seinen Wert. Produzenten fahren den Goldabbau immer weiter zurück. Das hat mehrere Gründe: Zum einen wird die Förderung teurer, da die Minenbetreiber immer tiefer graben müssen. Zum anderen müssen sie strengere umweltpolitische Auflagen erfüllen. China als Land mit der weltgrößten Goldproduktion hatte im vergangenen Jahr denn auch neun Prozent weniger Gold gefördert, zeigen Zahlen des World Gold Council (WGC). Auch bei Barrick Gold war die Produktion vor dem Zukauf von Randgold Resources stagniert, was sich negativ im Aktienkurs niedergeschlagen hatte.

Dem Goldpreis zugute kommt darüber hinaus die derzeitige Offensive des Internationalen Währungsfonds (IWF) gegen Bargeld. In einem Arbeitspapier schlägt der IWF vor, das Geldabheben etwa durch einen Strafzins zu verteuern. Damit würde Bargeld unattraktiver, was Sparer in Krisenzeiten davon abhalten soll, Geld nur unters Kopfkissen zu legen. Nicht zuletzt dürften die Spekulationen rund um eine drohende Rezession seit Anfang des Jahres die positive Entwicklung des Goldes weiter vorangetrieben haben. Denn hier könnte Gold durch seinen Status als Krisenwährung gewinnen.