BonusprogrammeGeld für den Kampf gegen den Winterspeck

Eine Frau und ein Mann treten in einem Fitness-Studio in die Pedale
Mit Bonusprogrammen unterstützen Krankenkassen den Kampf gegen den Winterspeckdpa

Nach dem üppigen Essen an den Weihnachtstagen klagen viele Menschen über zu viel Winterspeck. Das spiegelt sich in den Neujahrsvorsätzen wider: 56 Prozent der Deutschen haben vor, sich im Jahr 2020 mehr zu bewegen und Sport zu treiben, zeigt eine Umfrage des Meinungsforschungsunternehmen Forsa und der Krankenkasse DAK. 53 Prozent der Bundesbürger wollen sich im neuen Jahr gesünder ernähren, 36 Prozent wollen abnehmen.

Wer Ernst macht mit einer gesünderen Lebensweise, kann davon nicht nur gesundheitlich, sondern auch finanziell profitieren. Die meisten Krankenkassen bieten Bonusprogramme für ihre Mitglieder an, in deren Rahmen sie sportliche Betätigung und die Teilnahme an Vorsorgeuntersuchungen und bestimmten Kursen belohnen. Für die Anmeldung im Fitnessstudio, für die Hautkrebsvorsorge oder die Teilnahme an einem Rauchentwöhnungskurs gibt es dann Punkte, die sich in Prämien umwandeln lassen. Welche Tätigkeiten wie viele Bonuspunkte bringen und für wie viele Punkte es welche Prämien gibt, variiert je nach Krankenkasse.

Bonusprogramme nicht nur für Sport

Wer an einem Bonusprogramm teilnimmt und eine gewisse Menge an Punkten gesammelt hat, bekommt bei manchen Krankenkassen Geld, bei anderen gibt es stattdessen oder zusätzlich diverse Sachprämien oder Gutscheine zur Auswahl. Um Punkte zu sammeln, müssen Versicherte oft ein Bonusheft führen. Das gibt es entweder beim Versicherer direkt oder als Download im Internet. Nur wer das Bonusheft gewissenhaft führt, hat Anspruch auf eine Prämie. Wer etwa Bonuspunkte für Sport einheimsen will, muss das Heft vom Trainer abzeichnen lassen. Nachträglich unterschreiben dürften Trainer nur, wenn sie nachvollziehen können, ob Versicherte tatsächlich am Training teilgenommen haben – wenn sie also beispielsweise eine Anwesenheitsliste führen. Achtung: Einige Krankenkassen, darunter AOK und BKK, setzen statt auf ein Sport-Bonusheft auf Kooperationen mit ausgewählten Studios. Dort bekommen Versicherte dann Rabatt auf die Mitgliedsgebühr.

Die Krankenkassen wollen ihre Mitglieder mit den Bonusprogrammen zu einem gesünderen Lebensstil motivieren und so langfristig ihre Kosten senken. Bonuspunkte gibt es deshalb nicht nur fürs Sport treiben, sondern meist auch für Vorsorgeuntersuchungen, Impfungen und diverse Bluttests, teilweise auch für Engagement wie Blut- oder Plasmaspenden. Der Umfang der Programme variiert von Kasse zu Kasse. Eine Vorsorgeuntersuchung belohnen alle gesetzlichen Krankenversicherer: den Check beim Zahnarzt. Wer sich dort jedes Jahr einen Stempel holt, spart zum Beispiel, wenn Zahnersatz nötig wird.

Vorsicht beim Kassen-Wechsel

Für Versicherte sind Bonusprogramme ein nettes Extra. Allein aus finanziellen Gründen sollte man aber nicht daran teilnehmen, raten Verbraucherschützer. „Die Krankenkassen werben mit 100, 200 Euro oder sogar noch mehr Gewinn im Jahr“, heißt es von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Die Angaben bezögen sich allerdings immer auf die maximal mögliche Prämie, nicht auf eine garantierte Summe. Um rund 100 Euro zu bekommen, müssen Teilnehmer im Schnitt vier bis zehn Termine aus dem Bonus-Katalog wahrnehmen.

Vorsicht auch beim Kassen-Wechsel: Bei Kündigung können angesammelte Bonuspunkte verfallen. Dann hat sich der wöchentliche Gang ins Fitnessstudio zwar als gute Maßnahme gegen den Winterspeck erwiesen, das Konto bleibt aber leer.