KolumneE-Autobauer Tesla – alles auf eine Karte

Tesla will schon im Dezember das erste Auto vom Band am neuen Standort in Grünheide rollen lassen
Tesla will schon im Dezember das erste Auto vom Band am neuen Standort in Grünheide rollen lassenIMAGO / NurPhoto

Gute Stimmung herrschte Mitte Oktober beim Jahrmarkt in Grünheide. Tesla will schon im Dezember das erste Auto vom Band rollen lassen, im kommenden Jahr sollen es dann bis zu 10.000 Stück sein. Ausgerüstet mit Batterien der benachbarten Batterien-Fabrik, die allerdings noch nicht fertiggestellt ist. Tesla hat sich damit mit enormer Geschwindigkeit im Herzen Europas ausgebreitet. Das gilt auch auch beim Blick auf die Zulassungszahlen.

Im September konnte Tesla vom Model 3 6828  Zulassungen in Deutschland vermelden. Das waren fast exakt soviel Fahrzeuge wie VW mit dem Golf auf die Straße brachte. Tesla arbeitet seit jeher quartalsbezogen, weshalb der letzte Monat eines Quartals jeweils der Stärkste ist. Trotzdem setzt Elon Musk mit dieser Zahl ein Ausrufezeichen.

Markenwert von 845 Mrd. Dollar

Bemerkenswert ist der Vergleich von Tesla mit allen anderen Wettbewerbern. Denn die Amerikaner sind mehr wert als alles was auf der Welt vier Räder und einen Verkaufsraum hat. „Bei Umsatzerlösen von 42 Mrd. Dollar im vergangenen Jahr kommt Tesla auf einen Marktwert von 845 Mrd. Dollar. Acht folgende Autobauer von Honda über Volkswagen und Ferrari bis zu Toyota erreichen eine Marktkapitalisierung von insgesamt 825 Mrd., rechnet Kapitalmarktanalyst Jürgen Molnar von Robomarkets vor.

Tesla Aktie

Tesla Aktie ChartKursanbieter: L&S RTEr zeigt zudem auf, dass alle anderen Hersteller einen Umsatz 2021 von 1,35 Billionen Dollar liefern. Tesla kommt also auf den etwa gleichen Marktwert bei einem Umsatz, der wenige Prozente aller anderen entspricht. Die größten Währungen für Elon Musk sind damit Marketing und Zukunft. Und beide im Zusammenspiel beherrscht er perfekt.

Denn anders als beim ersten Anlauf Richtung 1000 Dollar Aktienkurs kann man die Entwicklung nun nicht auf einen sogenannten Short-Squeeze schieben. Der Anstieg lief weitaus beständiger ab.

Dazu ist die Aktie nicht mehr so volatil wie früher und eine Auswertung der Umsätze am Börsenplatz von Gettex in München oder beim Smartbroker zeigen, dass Tesla zwar unter aktiven Anlegern weiter beliebt, aber nicht mehr so gehypt ist wie 2019 und 2020.

In Deutschland könnte Tesla mit der Ampel-Koalition einen neuen Schub bekommen. Die Förderung für Elektro-Autos steht auf dem Prüfstand. Bislang profitierten auch Plug-Ins. Diese umstrittene Förderung könnte enden. Tesla wird uns also nicht nur als Börsianer in Deutschland immer häufiger begegnen.


Daniel Saurenz betreibt mit seinem Team das Börsenportal Feingold Research. Es bietet täglich einen Börsenbrief an, den Sie für 14 Tage kostenfrei testen können. Melden Sie sich unter Info@feingold-research.com an oder probieren Sie den Börsendienst unter diesem Link aus. Trainingstage und Coachings finden Sie NEU unter feingold-academy.com