ExklusivDie Arbeitnehmersparzulage soll aus der Nische

Sparschwein: Die Arbeitnehmersparzulage führt ein Mauerblümchendasein

Derzeit haben Arbeitnehmer, die von ihrem Arbeitgeber eine regelmäßige Sparzulage erhalten, unter bestimmten Bedingungen Anrecht auf eine zusätzliche staatliche Förderung von bis zu 20 Prozent. Dafür muss das Bruttoeinkommen aber unter 20.000 Euro jährlich liegen. In dieser Einkommensgruppe sparen aber die wenigsten. Bei Ehepaaren liegt die Einkommensgrenze immerhin bei 40.000 Euro.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) plädiert nun dafür, die Einkommensgrenzen anzuheben, damit mehr Arbeitnehmer für vermögenswirksame Leistungen, die sie von ihrem Arbeitgeber erhalten, eine staatliche Prämie beantragen können. Denn während in den letzten Jahren die private Altersvorsorge in den Fokus gerückt war, sei die Arbeitnehmersparzulage um 50 Prozent gefallen.

Laut einer neuen IW-Studie, die Capital vorliegt, erhielten im Jahr 2013 rund 15 Millionen Arbeitnehmer vermögenswirksame Leistungen in Höhe von insgesamt knapp 3,6 Mrd. Euro von ihren Arbeitgebern. Das ist nicht wenig. Die staatliche Förderung nahmen zuletzt nur 2,9 Millionen Haushalte in Anspruch – zusammen kamen sie auf 147 Mio. Euro.

Sparpläne wieder attraktiv machen

Um dieses Schattendasein zu beenden, halten die Kölner Ökonomen eine Reform für überfällig. Sie könnte Sparpläne und vermögenswirksame Leistungen wieder attraktiver machen. Sowohl die geltenden Verdienstschwellen wie auch die Zuschüsse sind seit 20 Jahren nicht mehr angepasst worden. Auch in Kreisen der CDU und der FDP werde eine Reform diskutiert, sagt das IW. Es sei an der Zeit, der Sparkultur für den Aufbau von Vermögen und Wohneigentum einen neuen Schub zu geben.

Empfohlen wird konkret eine Kombination von Veränderungen: So würde eine Anhebung der Verdienstschwelle um 30 Prozent den Kreis der berechtigten Haushalte auf 5,5 Millionen erhöhen. Wenn zugleich die maximal geförderte Sparsumme – je nach Anlageform derzeit 400 bzw. 470 Euro – verdoppelt würde und die Prämie um fünf Prozentpunkte angehoben, dann könnten 6,8 Millionen Haushalte erreicht werden. Und die hätten dann Ansprüche auf 696 Mio. Euro Zulage.

Die sei aber nur ein Szenario. Denkbar seien viele Varianten. In jedem Fall könnte eine stärkere Förderung Signalwirkung entfalten, folgert die Studie, die im Auftrag des Deutschen Sparkassenverbandes und der Dekabank entstanden ist. Denn durch eine Anhebung von Einkommensgrenzen und Sparsummen könnten auch mittlere Einkommen  in den Genuss einer staatlichen Prämie kommen.