VG-Wort Pixel

Tagesgeld Zwei Prozent: Warum Trade Republic in den Zinswettbewerb einsteigt

Neobroker Trade Republic ruft zum Wettbewerb um Tagesgeldzinsen
Neobroker Trade Republic ruft zum Wettbewerb um Tagesgeldzinsen
© picture alliance/dpa | Fabian Sommer
Für nicht investiertes Geld bekommen Anleger bisher von ihrem Broker keine Zinsen. Der Neobroker Trade Republic heizt nun den Wettbewerb unter den Tagesgeld-Anbietern an und zahlt Kunden künftig zwei Prozent Guthabenzins

Wer sein Geld als Anlegerin oder Anleger zum Broker überweist, aber nicht sofort investiert, bekommt darauf keine Zinsen gezahlt. Der deutsche Neobroker Trade Republic versucht deshalb mit einem neuen Angebot den Wettbewerb um Tagesgeldzinsen anzuheizen – und vor allem neue Kunden zu gewinnen.

Ab sofort bietet er Bestands- und Neukunden zwei Prozent effektiven Jahreszins für nicht investierte Geldeinlagen von bis zu 50.000 Euro. Deutsche Banken können da nicht mithalten, erste Institute haben zwar ihre Einlagezinsen für Tages- und Festgeld erhöht. Der Realzins ist allerings immer noch negativ. Trotzdem zeigt der Trend nach oben: Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins zuletzt um 0,5 Prozent auf 2,5 Prozent erhöht. Weitere Zinsschritte sollen folgen.

Bei Tagesgeld haben Sparer den Vorteil, dass sie jederzeit flexibel auf ihr Erspartes zugreifen und Geld laufend ein- oder auszahlen können. Der Nachteil: Die Bank kann den Zinssatz für Tagesgeld jederzeit ändern, er ist also variabel. Tagesgeld eignet sich damit für absehbare Sparziele.

Meist noch magere Angebote

Eines der aktuell besten Tagesgeld-Angebote kommt von der Consorsbank – der deutschen Niederlassung von Frankreichs Großbank BNP Paribas. Sie lockt Neukunden mit 2,1 Prozent pro Jahr für die ersten sechs Monate, danach erhalten sie allerdings nur noch 0,3 Prozent. Die ING Deutschland verspricht aktuell 2 Prozent pro Jahr für eine Dauer von vier Monaten. Die Volkswagen Bank wirbt ebenfalls mit 2 Prozent für sechs Monate.

Egal ob Neu- oder Bestandskunde: Die niederländische Leaseplan Bank bietet bei ihren Tagesgeldkonten momentan 1,5 Prozent Zinsen pro Jahr. Bei der schwedischen TF Bank erhalten Neukunden vier Monate lang 1,65 Prozent Zinsen pro Jahr, Bestandskunden kriegen 1,01 Prozent.

Trade Republic wiederum betont, dass die effektive Rendite auf Jahressicht noch etwas höher als die 2 Prozent ausfallen werde; die Zinsen will der Neobroker nämlich auf monatlicher Basis auszahlen. Wer das Geld liegenlässt, erhält durch den Zinseszinseffekt noch etwas oben drauf. Unsummen sind das aber nicht.

Das Angebot können Kundinnen von Trade Republic über ein Banner in der App annehmen. Der Neobroker weist darauf hin, dass das Banner gegebenenfalls erst nach einem Update der App oder einer Neuinstallation sichtbar ist. Außerdem müssen sie einer neuen Fassung der AGB zustimmen. Trade Republic teilte auf Anfrage von Capital mit, dass darin lediglich die Ziffer 3.4 geändert wurde. Bislang hieß es dort: „Ein Anspruch auf Verzinsung des Guthabens besteht nicht”, dieser Absatz sei nun durch genaue Angaben zur Verzinsung ersetzt worden.

Festgeld bringt mehr

Nochmal deutlich höhere Zinsen gibt es für all jene, die ihr Erspartes mit einem Festgeldkonto für einen festen Zeitraum binden. Da Banken verbindlich mit dem jeweiligen Geldbetrag planen können, erhalten Festgeld-Sparer einen festen Zinssatz über die gesamte Laufzeit. Festgeldkonten eigenen sich also für langfristige Sparvorhaben.

Für eine Anlagedauer von zwölf Monaten sind derzeit bei den italienischen Instituten Banca Progetto und Banca Sistema hohe 3,0 Prozent an Zinsen drin. Das gilt auch für das Festgeld-Angebot der Banco BAI Europa aus Portugal. Allerdings dürften die beiden Länder nicht für alle Sparer in Frage kommen. Beim schwedischen Anbieter Klarna Festgeld+ gibt es für zwölf Monate 2,81 Prozent. Bei einer Anlagedauer von 24 Monaten bietet die österreichische Addiko Bank 3,05 Prozent pro Jahr. Bei Kommunalkredit Invest, ebenfalls aus Österreich, gibt es für eine Anlagedauer von 36 Monaten besonders attraktive 3,25 Prozent Festgeld-Zins pro Jahr.

Mehr zum Thema

Neueste Artikel