Aktienfonds Miese Performance: Dirk Müller enttäuscht seine Anleger

Dirk Müller alias Mr Dax
Dirk Müller alias Mr Dax
© IMAGO / Future Image
An Selbstbewusstsein mangelt es Dirk Müller nicht. Doch als Investor beweist der frühere „Mister Dax“ kein glückliches Händchen: Während der Dax ordentlich zulegte, ging es für Müllers Fonds nach unten

Der jüngste Börsenboom ist an dem Aktienfonds des ehemaligen „Mister Dax“, Dirk Müller, spurlos vorbeigegangen. Während etwa der deutsche Leitindex Dax im vergangenen Jahr kräftig nach oben schoss, ging es für Müllers Fonds „Premium Aktien R“ um rund 4 Prozent nach unten.

Das ist vor allem deshalb bemerkenswert, weil es für die Aktienmärkte seit dem Corona-Absturz im Frühjahr 2020 weltweit aufwärts ging. In Zahlen ausgedrückt: Der Dax hat alleine im vergangenen Jahr knapp 16 Prozent zugelegt, der US-Standardwerteindex S&P 500 kommt auf mehr als 26 Prozent und der US-Technologieindex Nasdaq Composite auf rund 20 Prozent.

Wer also in einen entsprechenden ETF investiert hat, fuhr deutlich besser als mit Müller. Solche Fonds bilden stur einen Index ab und spiegeln dessen Bewegungen nach oben und nach unten wider. Bei den Gebühren und Ausgabeaufschlägen liegen ETFs deshalb unter den aktiv betreuten Fonds. Zu den beliebtesten Grundlagen für ETFs zählt der MSCI World, der als der wichtigste Referenzindex für die Entwicklung an den globalen Aktienmärkten gilt. In diesem Index finden sich die 1600 größten börsengehandelten Unternehmen aus den Industrieländern. Plus im vergangenen Jahr: etwa 17 Prozent.

Das entbehrt nicht einer gewissen Ironie, da Müller ETFs in einem Interview als „dummes Geld“ bezeichnet hatte, das „völlig unüberlegt in den Gesamtmarkt investiert wird“. Sein Fonds investiere dagegen nach „sehr intensiven Analysen“ in die „30, 40 besten Unternehmen der Welt“. Derzeit hält der Fonds Müllers Website zufolge 42 Positionen, darunter vor allem bei Anlegern allgemein beliebte Firmen wie Amazon, Apple, Alphabet, Microsoft, Facebook und das Investmentvehikel von Börsen-Legende Warren Buffett, Berkshire Hathaway.

Müller sichert seine Positionen vor einem befürchteten Crash ab und profitiert deshalb weniger von steigenden Aktienmärkten. Der Fondsmanager sieht sein Produkt dennoch als eine langfristig bessere Wahl als ETFs. Seine Begründung: Wenn es an den Börsen kräftig nach unten geht, rauschen die ETFS – im Gegensatz zu seinem Fonds – genauso tief in den Keller. „Mit dem Einsatz geeigneter Absicherungsinstrumente wird angestrebt, den Abschwungphasen der Märkte entgegenzuwirken. Gleichzeitig bieten fallende Kurse gute Gelegenheiten, starke Unternehmen günstig einzukaufen“, ist auf Müllers Website zu lesen.

Müllers Fonds wird seit April 2015 gehandelt. Seitdem hat er nur 2017 und 2018 eine positive Rendite erzielt. In den anderen Jahren ging es bergab. Bilanz seit dem Start: ein Minus von mehr als 8 Prozent. Der MSCI World hat derweil um mehr als 80 Prozent zugelegt.

Der Beitrag ist zuerst erschienen auf ntv.de


Mehr zum Thema



Neueste Artikel