NebenwertefondsKleine Aktien ganz groß

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Symbolbild: KurschartGetty Images

Die jüngste Entwicklung des Dax kann sich sehen lassen. In den vergangenen zwölf Monaten ist der deutsche Leitindex um rund fünf Prozent gestiegen. Schauen Dax-Anleger auf den kleinen Bruder des Standardwerte-Index, das Nebenwerte-Barometer SDax, dürften sie allerdings vor Neid erblassen: Der SDax legte im selben Zeitraum um 21,3 Prozent zu.

Erfahrene Small-Investoren wird diese Entwicklung nicht überraschen. In Aufwärtsphasen schneiden Nebenwerte meist besser ab als Standardwerte. Auch auf lange Sicht bringen sie im Schnitt höhere Renditen als Large-Caps, zeigen Studien. Zwar stürzen die Kurse von Aktien kleiner Unternehmen in schwierigen Börsenzeiten oft tiefer als die Kurse von Standardwerten. Auch in punkto Verlustbegrenzung hatten Nebenwerte-Anleger aber zuletzt gut lachen: Während der Marktturbulenzen zu Beginn dieses Jahres verlor der SDax rund 1,5 Prozentpunkte weniger als der Dax.

Nebenwerte sind eine interessante Beimischung

In der kommenden Zeit könnten die Kurse europäischer Aktien weiter steigen. Die Argumentation der Fondsmanager: Der Wirtschaftsaufschwung in Europa stehe im Gegensatz zu jenem in den USA noch am Anfang. Anlageprofis verweisen auf sinkende Arbeitslosenzahlen und steigende Unternehmensgewinne in weiten Teilen der Eurozone. Der Handelsstreit mit den USA trübt zwar seit einigen Wochen die Stimmung an den Börsen. Für mutige Investoren, die das Äußerste aus der laufenden Aktien-Hausse herausholen wollen, können europäische Nebenwerte aber eine interessante Beimischung darstellen.

Fonds, die in europäische Small-Caps investieren, legten in den vergangenen drei Jahren im Schnitt 9,4 Prozent pro Jahr an Wert zu, zeigen Zahlen des Fondsratinghauses Morningstar. Zum Vergleich: Europäische Standardwertefonds erzielten im selben Zeitraum je nach Anlagestil durchschnittlich zwischen 0,3 und 1,1 Prozent Plus pro Jahr. Sie blieben also deutlich hinter Nebenwertefonds zurück. Auch im laufenden Jahr haben sich Small-Cap-Fonds im Schnitt besser gehalten. Während europäische Standardwerteprodukte nach den Turbulenzen zu Jahresbeginn im Minus liegen, schafften Nebenwertefonds im Schnitt eine schwarze Null.

Fondskosten im Blick behalten

Unter den Small-Caps-Fonds, die für Privatanleger in Deutschland erhältlich sind, legte auf Dreijahressicht der Fonds DWB – Alpha Star Aktien die beste Wertentwicklung hin. Er erzielte in diesem Zeitraum ein Plus von rund 16 Prozent pro Jahr. Gesteuert wird er von der Investmentboutique Alpha Star, gegründet im Jahr 2006 von den Brüdern Felix und Gero Gode. Das Haus ist auf Value-Aktien aus dem deutschen Mittelstand spezialisiert. Entsprechend haben deutsche Aktien mit rund 85 Prozent mit Abstand das größte Gewicht im Fonds. Daneben finden sich einige schweizerische und österreichische Titel im Portfolio. Die Wertentwicklung überzeugt – allerdings ist der Fonds nicht gerade günstig: Zwar liegt die reine Verwaltungsgebühr nur bei 0,3 Prozent pro Jahr. Die Gesamtkostenquote inklusive erfolgsabhängiger Gebühr betrug im vergangenen Geschäftsjahr aber satte 6,24 Prozent.

Seit Jahresbeginn hat unter den Dreijahres-Top-Ten ein Fonds von J.P. Morgan Asset Management am besten abgeschnitten. Der JPM Europe Dynamic Small Cap erzielte seit Anfang Januar ein Plus von 2,9 Prozent. Auf Sicht von drei Jahren legte er jährlich um 10,4 Prozent an Wert zu. Britische Aktien haben im Portfolio mit 26 Prozent das größte Gewicht. Gegenüber dem Vergleichsindex sind sie allerdings sogar leicht untergewichtet. An zweiter bis vierter Stelle stehen französische, italienische und niederländische Titel, die gegenüber der Benchmark jeweils deutlich übergewichtet sind. Deutschland steht in der Länder-Allokation erst an fünfter Stelle. Beim J.P.-Morgan-Fonds wird ebenfalls eine Erfolgsgebühr fällig, wenn er seinen Vergleichsindex übertrifft. Insgesamt ist er aber deutlich günstiger als der Alpha-Star-Fonds.