VergleichsportalGonetto will die Versicherungsbranche aufmischen

Michael Mebesius (l.) und Dieter Lendle sind die Geschäftsführer und Gründer von Gonetto
Michael Mebesius (l.) und Dieter Lendle sind die Geschäftsführer und Gründer von Gonetto

Endlich nur noch die Versicherung zahlen, keine versteckten Provisionen für eine Vermittlung, die schon viele Jahre zurückliegt. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, stößt an die Grenzen der althergebrachten Strukturen der Versicherungsbranche. In diese Lücke stößt das kürzlich von Finanz- und Versicherungsexperten aus der Taufe gehobene Start-up Gonetto. Das Vergleichsportal richtet sich an Selbstentscheider, die ganz transparent Versicherungen vergleichen und dabei keine Provisionen zahlen wollen.

Was viele nicht wissen: Bei allen Tarifen erheben Versicherer mit dem zu zahlenden Beitrag oft versteckte Provisionen, auch wenn dem Kunden der Vermittler nicht mehr bekannt ist oder die aktive Betreuung eingestellt wurde. Somit sind die Provisionskosten weiterhin in jedem Beitrag enthalten und werden durch den Kunden unbemerkt mitbezahlt. Gonetto unterscheidet sich von anderen Vergleichsportalen dadurch, dass die Provisionen zu allen Tarifen angezeigt und dauerhaft vollständig erstattet werden. Dazu arbeitet man mit fast allen großen Unternehmen der Branche zusammen und hat auch offiziell von der IHK die Erlaubnis für die Ausübung des Maklerberufs erhalten. Per Maklermandat können so bestehende Verträge auf Gonetto übertragen werden, ohne sie zu ändern.

Ganz ohne Kosten funktioniert die provisionsfreie Versicherungsvermittlung allerdings nicht. Einen Euro Pauschalgebühr pro Versicherung und Monat müssen Versicherungsnehmer hierfür berappen. Das Honorar fällt hierbei unabhängig von der Art der Versicherung und der Höhe der Versicherungsprämie an, sodass der Interessenkonflikt zwischen Versicherungsnehmer und Makler, der das Vertrauen in das traditionelle Maklergeschäft belastet, entfällt. „Wir demokratisieren Versicherungen, so dass Kunden zukünftig nur noch für die Leistungen bezahlen, die sie wirklich brauchen. Dieser ungewöhnliche Ansatz führt dazu, dass Selbstentscheider bares Geld sparen können“, so Gründer Dieter Lendle.

Per Crowdfunding User zuInvestoren machen

Innovative Wege beschreitet Gonetto auch für die Finanzierung: Es nutzt Seedmatch, Deutschlands erste Crowdfunding-Plattform für Start-ups. Mit dem Ziel, innerhalb von 60 Tagen, bis zu 1 Mio. Euro zu sammeln, ging man vergangene Woche an den Start. Mit einer Investition ab 250 Euro können Unterstützer am künftigen Erfolg partizipieren. Schon nach einem Tag konnten über 77 Investoren von der Gonetto-Idee überzeugt werden und die Fundingsumme liegt bereits über 100.000 Euro. Besonders kleine Unternehmen und Start-ups mit pfiffigen Ideen haben beim Crowdfunding gute Karten, User zu Investoren zu machen.

Die Idee hinter dem Crowdfunding ist dabei ganz einfach. Über das Internet versuchen junge Unternehmen eine Menge von Personen, eben die Crowd, für ihr Vorhaben zu begeistern und sie als Investoren zu gewinnen. Meist sind es pro Person kleine Investitionssummen, die aber zusammen einen ordentlichen Finanzierungsbeitrag erbringen können. Im Fall von Gonetto möglicherweise genug, um die Versicherungsbranche zu erschüttern.