Anlagebetrug5 Tipps zum Schutz gegen Anlagebetrüger

Stopp! Bevor Sie sich für eine Geldanlage entscheiden, sollten Sie einiges beachten
Stopp! Bevor Sie sich für eine Geldanlage entscheiden, sollten Sie einiges beachten
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Zugegeben, es wird immer schwieriger, unseriöse Angebote zu erkennen – jedenfalls, wenn man Traumerträge zum Maßstab nimmt. Waren früher Renditen von zehn Prozent ein Alarmsignal, können sich heute auch hinter Zinsversprechen von drei oder fünf Prozent schon riskante Anlagen verbergen. Wichtig ist: Wer mehr als den risikolosen Zins von derzeit deutlich unter einem Prozent verspricht, kann das nur mit Produkten, die auch höhere Risiken bergen – bis hin zum Totalverlust. Wer nur den Vermögenserhalt wünscht, macht um höher verzinste Angebote einen Bogen.

1. Anbieter aussortieren

Viele vermeintlich lukrative Geldanlagen werden im Internet oder per E-Mail beworben – die Absender klingen oft seriös, sind aber unbekannt. Verbraucherschützer mahnen daher, nur Anlagen bekannter Anbieter zu kaufen. Unbekannte Absender und dubiose Empfehlungen, etwa über Freunde von Freunden, sollte man meiden. In Zweifelsfällen hilft unabhängiger Rat – zum Beispiel der Verbraucherzentralen. Generell gilt: Ein vermeintliches Gütesiegel der Finanzmarktaufsicht Bafin sollte Anleger misstrauisch machen. Ein solches Gütesiegel gibt es nicht (auch wenn immer wieder damit geworben wird). Die Bonner Aufsichtsbehörde prüft Finanzprodukte nur formal, nicht aber auf Werthaltigkeit. Sprich: Wer alle formalen Bedingungen erfüllt, bekommt das Okay der Bafin, auch wenn das Anlagemodell der größte Murks ist.

2. Verständlichkeit fordern

Ein entscheidendes Kriterium für ein Anlageprodukt ist, ob man versteht, wie die Geldanlage funktioniert: Wo fließt mein Geld hin? Was wird damit gemacht? Wie sollen die Renditen erwirtschaftet werden – und besonders wichtig: Unter welchen Bedingungen kann ich das Investment wieder verkaufen? Wer diese Fragen für sich klar beantworten kann, ist einen wichtigen Schritt weiter. Umgekehrt sollte man von Produkten die Finger lassen, die man nicht versteht – es sei denn, man liebt das Risiko.

3. Kosten kontrollieren

Wer in ein Anlageprodukt investiert, tut nach Erfahrung von Experten gut daran, die Kostenstrukturen genau zu prüfen – so lange, bis auf Euro und Cent klar ist, was jedes Jahr für Gebühren abgeht. Kosten sind die größten Renditekiller. Allergrößte Vorsicht ist geboten, wenn die Anlage auch noch kreditfinanziert ist.

4. Vorsicht im Ausland

Besonders schwierig sind im Ernstfall alle Geldanlagen, in denen das Kapital im Ausland investiert wird, zum Beispiel in kleine GmbHs. Geht dann ­etwas schief, unterliegt man mit seiner Geldanlage meist anderen Rechtssystemen. Und das Mitleid mit deutschen Anlegern hält sich außerhalb des Landes oft in Grenzen, selbst dann, wenn das Geld in der EU landet.

5. Frühzeitig reagieren

Wer bereits mit einer Geldanlage hereingefallen ist und Schadensersatz vom Anbieter oder Berater fordern will, sollte damit nicht allzu lange warten: Spätestens nach zehn Jahren verjähren eventuelle Schadensersatzansprüche, auch wenn der Anleger klar im Recht ist. Deshalb: möglichst frühzeitig informieren und juristischen Rat einholen.

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