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Immobilien-Kompass-Karte Aktuelle Preise für Miete und Kauf in Deutschland




Immobilienpreise und Mietspiegel: Düsseldorf

Von Miriam Beul-Ramacher

„Drei Jahre lang haben wir in Düsseldorf nach einem Haus gesucht, aber erfolglos. Mit zwei kleinen Kindern braucht man Platz. Und den können wir hier nicht bezahlen.“ Seit einem Jahr lebt Elke Meier* mit ihrer Familie in Kaarst-Driesch, rund 35 Autobahnminuten von ihrem Arbeitsplatz im Düsseldorfer Rathaus entfernt. Dass sie ausgerechnet bei der Stadt angestellt ist, die ihr selbst keinen bezahlbaren Wohnraum bieten kann, empfindet die Betriebswirtin als bittere Ironie.

Mittlerweile hat sie ihren Frieden mit der Entscheidung für den Wegzug gemacht. 360.000 Euro haben sie und ihr Mann, ein Gymnasiallehrer, für ihr Einfamilienhaus mit Garten gezahlt. Im Düsseldorfer Stadtgebiet hätten sie dafür das Doppelte bis Dreifache auf den Tisch legen müssen. So bleibt finanziell noch Luft für einen kleinen Urlaub im Jahr, hofft Elke Meier.

Der Preisanstieg der vergangenen zehn Jahre hat für viele Familien den Immobilienkauf in Düsseldorf unerschwinglich gemacht – trotz niedriger Zinsen. Erstmals seit zehn Jahren könnte sich der Trend in der Landeshauptstadt jedoch in diesem Jahr drehen. Anzeichen macht Uwe Menzel dafür bereits aus: „Wohnungen und Häuser für mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter finden nicht mehr so schnell einen Käufer“, beobachtet der Leiter Privatimmobilien beim Düsseldorfer Maklerhaus Aengevelt. „Da ist der Markt gesättigt.“ Das Problem: Der Großteil der Wohnungen, die gerade gebaut werden ...

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Immobilien- und Mietpreise in Düsseldorf

Top-Makler

Der Immobilienmarkt in Düsseldorf

Von Miriam Beul-Ramacher

„Drei Jahre lang haben wir in Düsseldorf nach einem Haus gesucht, aber erfolglos. Mit zwei kleinen Kindern braucht man Platz. Und den können wir hier nicht bezahlen.“ Seit einem Jahr lebt Elke Meier* mit ihrer Familie in Kaarst-Driesch, rund 35 Autobahnminuten von ihrem Arbeitsplatz im Düsseldorfer Rathaus entfernt. Dass sie ausgerechnet bei der Stadt angestellt ist, die ihr selbst keinen bezahlbaren Wohnraum bieten kann, empfindet die Betriebswirtin als bittere Ironie.

Mittlerweile hat sie ihren Frieden mit der Entscheidung für den Wegzug gemacht. 360.000 Euro haben sie und ihr Mann, ein Gymnasiallehrer, für ihr Einfamilienhaus mit Garten gezahlt. Im Düsseldorfer Stadtgebiet hätten sie dafür das Doppelte bis Dreifache auf den Tisch legen müssen. So bleibt finanziell noch Luft für einen kleinen Urlaub im Jahr, hofft Elke Meier.

Der Preisanstieg der vergangenen zehn Jahre hat für viele Familien den Immobilienkauf in Düsseldorf unerschwinglich gemacht – trotz niedriger Zinsen. Erstmals seit zehn Jahren könnte sich der Trend in der Landeshauptstadt jedoch in diesem Jahr drehen. Anzeichen macht Uwe Menzel dafür bereits aus: „Wohnungen und Häuser für mehr als 5000 Euro pro Quadratmeter finden nicht mehr so schnell einen Käufer“, beobachtet der Leiter Privatimmobilien beim Düsseldorfer Maklerhaus Aengevelt. „Da ist der Markt gesättigt.“ Das Problem: Der Großteil der Wohnungen, die gerade gebaut werden oder fertiggestellt sind, kostet seiner Schätzung zufolge deutlich mehr als 4000 Euro je Quadratmeter. Droht Düsseldorf also – wie vor Jahren am Büromarkt – nun beim Wohnen ein Luxusleerstand?

So deutlich mag das niemand formulieren. Menzel sagt: „Manche haben ambitioniert kalkuliert. Wir halten es für möglich, dass es zu Preiskorrekturen kommt.“

Diese Perspektive verunsichert Käufer wie Besitzer gleichermaßen. Wer vor Kurzem gekauft hat, profitiert zwar von den günstigen Finanzierungskonditionen, muss aber fürchten, dass er bei einem kurzfristigen Weiterverkauf womöglich Miese macht. Wer aktuell auf der Suche ist, wird noch länger hadern, ob er bei einer schönen, aber teuren Wohnung zuschlägt.

Auch Investoren und Entwickler stellt die derzeitige Situation vor Herausforderungen: Rund um den Hauptbahnhof sowie auf dem Böhler-Areal im linksrheinischen Stadtteil Heerdt sollen jeweils mehr als 1000 neue Miet- und Eigentumswohnungen entstehen, im Glasmacherviertel im Stadtteil Gerresheim gut 1400. Um den in Düsseldorf vorgeschriebenen Anteil an preisgedämpften und geförderten Wohnungen integrieren zu können, müssten die Eigentumswohnungen in diesen Projekten entsprechend teuer sein. Diese Form der Quersubventionierung wird nicht funktionieren, wenn Käufer für die teuren Wohnungen fehlen. Auf neue und bezahlbare Mietwohnungen werden die Düsseldorfer somit womöglich noch länger warten müssen, wenn die großen, gemischten Projekte nicht so schnell realisiert werden können wie ursprünglich geplant.

Mieter sind ohnehin die Verlierer: 2016 zogen die Preise abermals an. In der Hälfte der 50 Düsseldorfer Stadtteile werden laut iib-Institut inzwischen Kaltmieten jenseits der 10-Euro-Marke verlangt. Und selbst Arbeiterviertel wie Bilk, Oberbilk oder Flingern sind keine Schnäppchenlagen mehr. Nur wer Industriebetriebe direkt vor der Nase oder Flieger über dem Haus akzeptiert, bleibt bei Neuvertragsmieten im einstelligen Bereich.

capital.de, 12.05.2017
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Die einen nennen es Aufwärtsbewegung, die anderen Gentrifizierung. Das frühere Arbeiterquartier entwickelt sich rasant. Und übt auf junge, großstädtisch orientierte Bewohner große Anziehungskraft aus. Für Entwickler mit Mut und Ideen ist es ein spannendes Pflaster.
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