Gute FrageWas ist aus Argentiniens 100-Jahres-Anleihe geworden?

Argentiniens Präsident Mauricio Macri macht zurzeit Wahlkampf: Seine Chancen wiedergewählt zu werden, stehen nicht gutdpa

Sagen Sie nicht, wir hätten Sie nicht gewarnt vor Argentiniens 100-Jahres-Anleihe. Als die Regierung in Buenos Aires 2017 das Papier mit Laufzeit bis ins Jahr 2117 lancierte, stufte Capital es als „hochriskant“ ein. Doch obwohl das Land in den Jahren zuvor zweimal bankrottgegangen war, konnte sich Argentinien mit dem Methusalem-Bond 2,7 Mrd. Dollar am Kapitalmarkt beschaffen. Zu verlockend war das Zinsversprechen: 7,125 Prozent pro Jahr!

Nun steht das Land am Rand des nächsten Zahlungsausfalls. Der Peso wertet ab, die Devisenreserven schmelzen dahin. Noch-Präsident Mauricio Macri hat neue Kapitalverkehrskontrollen gestartet. Die Rede ist von einer „Neuprofilierung“ der Staatsschulden.

Und der 100-Jahres-Bond? Dessen Kurs ist kollabiert. Zeitweise bis auf 36 Prozent des Nennwerts. Das ist – noch – deutlich mehr als null, was vor allem daran liegt, dass Argentiniens leidgeprüfte Gläubiger in der Vergangenheit Umschuldungsquoten in diesem Bereich erhielten.

Sie können jetzt natürlich Ihr Glück versuchen und Ihr Erspartes in den preiswerten Methusalem investieren, darauf spekulierend, dass in Argentinien alles gut wird und der Kurs des 2117er-Bonds steigt. Unsere Empfehlung: Spielen Sie lieber Roulette.

 


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