FondsÖko-Aktienfonds - grünes Risiko

Immer mehr Anleger achten darauf, dass ihre Geldanlage bestimmte ökologische, ethische oder soziale Kriterien erfüllt. Reine Öko-Fonds sind allerdings immer noch Nischenprodukte. Unter den zehn besten Öko-Aktienfonds der vergangenen drei Jahre verwalten gerade einmal zwei Produkte mehr als hundert Millionen Euro, die meisten liegen deutlich darunter. Das dürfte zum einen daran liegen, dass viele Öko-Fonds nicht von großen Investmenthäusern stammen, sondern von Boutiquen, die kein ausgedehntes Vertriebsnetz haben. Zum anderen dürften die Fonds vielen Anlegern schlicht zu riskant sein – aus gutem Grund.

Im Schnitt erzielten weltweit investierende Öko-Aktienfonds in den vergangenen Jahren ähnliche Ergebnisse wie globale Aktienfonds ohne Nachhaltigkeitsansatz. In den vergangenen drei Jahren legten sie durchschnittlich um 8,2 Prozent pro Jahr zu. Traditionelle Aktienfonds schafften im selben Zeitraum im Schnitt acht Prozent jährlich. Die zwischenzeitlichen Schwankungen liegen bei Öko-Fonds allerdings deutlich höher.

Portfolios sind stark unterschiedlich

Öko-Fondsmanager investieren in Aktien von Unternehmen, die umweltfreundliche Produkte oder Technologien entwickeln, besonders ressourcenschonend arbeiten oder mit neuen Techniken Schadstoffe reduzieren wollen. Das ist ein weites Feld. Dementsprechend stark unterscheiden sich die Portfolios einzelner Fonds, ebenso wie ihre Performance. Manche Manager setzen stark auf erneuerbare Energien, andere legen den Fokus auf Abfallmanagement, Wasseraufbereitung oder Elektroautos. Ihre Investments haben dabei eines gemeinsam: Sie gelten als zukunftsträchtig, aber auch riskant. Denn der Markt für Umwelttechnologien ist noch immer vergleichsweise jung, das Umdenken in Richtung Klimaschutz in vollem Gange. Viele Unternehmen werden auf dem Weg zu einer nachhaltigeren Wirtschaft zum Opfer sich verändernder Subventionspolitik oder innovativerer Konkurrenzprodukte.

Am besten schnitt in den vergangenen drei Jahren der Fonds „Quest Cleantech“ ab. Er legte in diesem Zeitraum pro Jahr um rund 13,6 Prozent zu. Initiiert wurde er von der Boutique Quest Management, für die Investmentstrategie ist das belgische Investmenthaus Capricorn Venture Partners zuständig. Die Fondsmanager setzen in erster Linie auf Unternehmen aus den Branchen Ressourcen- und Energieeffizienz. Im Portfolio finden sich etwa Aktien des belgischen Materialtechnikkonzerns Umicore und des schwäbischen Unternehmens Bertrandt, das Dienstleistungen für die Automobil- und Luftfahrtbranche anbietet. In den vergangenen zwölf Monaten machte der Fonds Verluste, schlug sich aber trotzdem überdurchschnittlich gut.

Öko-Fonds nur als Beimischung empfehlenswert

Schlechter sieht es beim Fonds „Erste WWF Stock Environment“ aus, aufgelegt von der österreichischen Erste Sparinvest. In den vergangenen drei Jahren legte er zwar im Schnitt um fast zehn Prozent jährlich zu, in den zurückliegenden zwölf Monaten steht aber ein Minus von fast 16 Prozent zu Buche. Die Manager des Fonds setzen den Schwerpunkt auf Aktien von Erneuerbare-Energien-Unternehmen wie Trina Solar aus China und Vestas Wind Systems aus Dänemark.

Die durchwachsene Performance der Öko-Fonds gibt jenen Anlageexperten Recht, die von Investments in einzelne Branchen und Themen grundsätzlich abraten. Wer trotzdem in Öko-Aktienfonds investieren will, sollte die Produkte nur als Beimischung nutzen. Und sich vorher genau anschauen, auf welche grünen Branchen die Fondsmanager ihren Schwerpunkt legen.