GeldanlageBesser als Gold

Während die Augen vieler Investoren auf den Goldpreis gerichtet waren, haben Platin und Palladium zuletzt eine beachtliche Rally hingelegt. Beide Edelmetalle haben im August stärker zugelegt als Gold, dessen Preis um vier Prozent kletterte. Der Platinpreis stieg um sechs Prozent und übersprang Anfang September die charttechnisch wichtige Marke von 1000 US-Dollar je Feinunze. Palladium legte im August um 5,6 Prozent zu und beendete den Monat auf einem 16-Jahres-Hoch bei rund 980 Dollar je Feinunze. „Palladium hat sich sensationell entwickelt“, kommentiert Martin Siegel, Edelmetallexperte der Investmentboutique Stabilitas. Seit Anfang September ist der Preis zwar leicht gesunken. Analysten gehen aber davon aus, dass es langfristig wieder aufwärts geht.

Palladium Rohstoff

Palladium Rohstoff Chart

Investieren Privatanleger in Edelmetalle, beschränken sie sich meist auf Gold. Das gelbe Metall gilt als sicherer Hafen in turbulenten Zeiten und soll darüber hinaus vor Inflation schützen. Platin und Palladium können als Portfolio-Beimischung ähnlich nützlich sein. Im Gegensatz zu Gold werden sie nicht überwiegend als Barren gelagert oder zu Schmuckstücken verarbeitet, sondern kommen vor allem in der Industrie zum Einsatz. Das hat für Investoren einige Vorteile.

Die Entwicklung des Goldpreises lässt sich kaum vorhersagen. Immer wieder rechnen Marktbeobachter damit, dass politische Krisen den Preis steigen lassen – nur um dann festzustellen, dass nichts dergleichen passiert. In anderen Zeiten schießt der Goldpreis überraschend in die Höhe. Auf angeblich hohe Korrelationen etwa zwischen Gold und der Entwicklung des Greenbacks ist ebenfalls kein Verlass.

Dieselkrise wirkt sich auf den Preis aus

Die Preisentwicklung von Platin und Palladium lässt sich etwas besser prognostizieren. Grund dafür ist eben jener häufige Einsatz beider Edelmetalle in der Industrie. Sowohl Platin als auch Palladium werden beispielsweise in Verbrennungsmotoren verarbeitet. Platin ist insbesondere für Dieselmotoren ein wichtiger Rohstoff. Bislang hat der Diesel-Skandal dem Platinpreis nicht geschadet. Analysten gehen allerdings davon aus, dass die Abgasaffäre den Preis des Edelmetalls mittelfristig belasten wird. Anders bei Palladium: Es wird vor allem für die Herstellung von Benzin-Katalysatoren verwendet. Deshalb profitiere es von der Dieselkrise, erklärt Stabilitas-Experte Siegel. Die Aussicht auf eine steigende Nachfrage nach Benzinern statt Dieselfahrzeugen könnte den Palladiumpreis in die Höhe treiben. Auch die solide Entwicklung der Weltwirtschaft, die die Industrieproduktion befeuert, dürfte den Preis weiter steigen lassen.

Wer sich Platin oder Palladium ins Depot legen will, muss keine sperrigen Barren kaufen, sondern kann in börsengehandelte Rohstoff-Instrumente investieren. Eine besonders große Auswahl an sogenannten Exchange-Trades Commodities (ETCs) gibt es beim britischen Investmenthaus ETF Securities, das sich auf diese Finanzprodukte spezialisiert hat. Anders als börsengehandelte Indexfonds (ETFs) sind ETCs allerdings keine Fonds, sondern Zertifikate. Ist der Emittent pleite, sind sie daher nicht als Sondervermögen geschützt. Investoren sind dann schlimmstenfalls ihr gesamtes Kapital los. Um die Sicherheit für Anleger zu erhöhen, sind Edelmetall-ETCs oft mit dem Wert, dessen Preisentwicklung sie abbilden, physisch besichert. Das heißt: Die Anbieter kaufen tatsächlich Gold, Silber, Platin oder Palladium. Unter bestimmten Voraussetzungen können sich Anleger das Edelmetall, in das sie indirekt investiert haben, ausliefern lassen.

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