AnleihenEiskalte Renditen in Skandinavien

Der Euro ist stark, sehr stark. Gegenüber dem US-Dollar hat er in den vergangenen Monaten enorm an Wert gewonnen. Fragt man die dänische Zentralbank, ist die europäische Gemeinschaftswährung allerdings nicht stark genug. Die dänische Krone hat in den vergangenen Wochen nämlich gegenüber dem Euro aufgewertet. Für einen Euro bekommen Anleger mittlerweile 7,44 Kronen. Nach dem Willen der dänischen Währungswächter sollten es rund 7,46 Kronen sein. Sie halten den Wechselkurs innerhalb einer engen Spanne, um Spekulanten abzuschrecken. Des einen Leid ist des anderen Freud‘: Wer dänische Anleihen im Portfolio hat, kann sich über Währungsgewinne freuen.

Auch die norwegische Krone ist gegenüber dem Euro zuletzt gestiegen, sogar auf den höchsten Stand seit rund zwei Jahren. Das lag vor allem daran, dass Norwegens Wirtschaft stärker wächst als erwartet. Trotz des jüngsten Zuwachses ist die norwegische Krone gegenüber dem Euro noch immer unterbewertet, sagen Analysten. In Schweden hat die lokale Währung ebenfalls zugelegt. Die schwedische Notenbank denkt darüber nach, ihr bisheriges Inflationsziel von zwei Prozent aufzugeben und durch einen Zielwert zwischen ein und drei Prozent zu ersetzen. Ein solcher Schritt dürfte die schwedische Krone stärken. Die Überlegungen der Notenbanker lockten deshalb zuletzt Spekulanten in die Schweden-Krone.

Interessante Beimischung für deutsche Anleger

Wollen deutsche Anleger von den Währungsentwicklungen in Skandinavien profitieren, investieren sie am besten in skandinavische Anleihen. Die Währungskomponente ist bei Anleihen größer als bei Aktien. Direkte Deviseninvestments wiederum sind nur etwas für Profis, weil die Währungsmärkte sehr stark schwanken. Anleihen aus Skandinavien sind für deutsche Investoren allerdings nicht nur wegen möglicher Währungsgewinne eine interessante Beimischung.

Norwegen, Schweden und Dänemark glänzen mit Top-Bonitätsnoten und einem stabilen Wirtschaftswachstum. Vor allem Norwegen hatte zwar in der vergangenen Zeit unter dem Ölpreisverfall zu leiden. Seit sich der Preis stabilisiert hat, ist die norwegische Wirtschaft aber wieder auf einem guten Kurs. Nordeuropäische Staatsanleihen bieten trotz ihrer hervorragenden Bonität etwas höhere Kupons als deutsche Bundesanleihen. Das macht sie für Anleger attraktiv, die keine Abstriche bei der Sicherheit machen wollen, mit deutschen Bundesanleihen aber wegen der extrem niedrigen Zinsen nicht mehr glücklich sind. Investoren mit etwas größerem Risiko- und Renditeappetit können auch einen Blick auf skandinavische Unternehmensanleihen riskieren. In den nordischen Ländern gibt es viele international tätige, gut aufgestellte Unternehmen.

Zinsanhebungen sind in Skandinavien, ebenso wie in der Eurozone, vorerst nicht in Sicht. Die Notenbanken der nordischen Länder werden bis auf weiteres an ihrer lockeren Geldpolitik festhalten, sagen Marktbeobachter. Sollten die Zinsen irgendwann doch steigen, sind Anleger in Skandinavien in einer vergleichsweise luxuriösen Situation. Sie können dann auf sogenannte Floating Rate Notes ausweichen, die dort einen großen Anteil am Anleihemarkt haben. Floater sind Anleihen mit variabler Verzinsung. Steigen die Zinsen, steigt der Kupon der Papiere mit.

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