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Bofinger wundert sich über "irren" Jobmarkt

, von Georg Fahrion

Kaum Wachstum - trotzdem brummt der Arbeitsmarkt. Das ist selbst für einen Ökonomen wie Peter Bofinger nur schwer erklärbar.

Peter Bofinger © Sachverständigenrat
Peter Bofinger

43 Millionen. Diese Zahl jagte Ende November durchs Land – ­exakt 43,006 Millionen Erwerbstätige, 408.000 mehr als im Jahr zuvor. So viele Menschen hatten noch nie einen Job. Auch die Arbeitslosigkeit fiel: auf 2,7 Millionen.

Die außergewöhnlich gute Beschäftigtungslage in Deutschland verwundert selbst einen Wirtschaftsweisen wie Peter Bofinger. Gegenüber Capital sagte das Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung: „Und dann ist da noch ein kleines Wunder, das ich mir nicht erklären kann: Obwohl wir kaum wachsen, haben wir irre Beschäftigungseffekte.“

Deutschland sei insgesamt sehr gut aufgestellt, sagte Bofinger. „Wir haben starke, stabile Strukturen.“ Zum Beispiel der Mittelstand: flexible Weltmarktführer, häufig in Familienhand – und durch hohe Gewinne oft unabhängig vom Kapitalmarkt. Trotzdem „haben wir heute kaum mehr Arbeitsstunden als im Jahr 2000, aber zweieinhalb Millionen Menschen mehr arbeiten“.

Auch Bert Rürup, ehemaliger Kopf der Wirtschaftsweisen, ist voll des Lobes über Deutschland: „Seit einigen Jahren ist Deutschland ein wirklich tolles Land.“ Die meisten Deutschen seien heute offen, liberal, nicht mehr verhuscht. „Und alles funktioniert. Alles!“, ruft er. „Wenn ich Papst wäre, wüsste ich, warum ich den Boden küsse, wenn ich nach Deutschland komme.“

Ein Hoch auf Deutschland

Capital hat sich in der neuen Ausgabe auf eine Reise durch Deutschland begeben, um festzustellen, ob es der Republik wirklich so gut geht oder die Lage schlechter als die Stimmung ist. In die Lobeshymnen über die Stärke des Landes mischt sich Unbehagen: Wie lange hält das Hochgefühl an? Fast unmerklich büßt Deutschland bereits jetzt wieder an Wettbewerbsfähigkeit ein - zum Beispiel durch teure Geschenke wie die Rente mit 63. Die ganze Geschichte lesen Sie in der neuen Capital


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