FondsFonds im Fokus - SPDR Gold Shares

Der Fonds

Der SPDR Gold Shares, aufgelegt im Jahr 2004 vom US-Anbieter State Street Global Advisors, ist ein börsengehandelter Indexfonds (ETF). Er ist auch unter dem Namen SPDR Gold Trust bekannt und gilt als größtes börsengehandeltes Goldprodukt der Welt und als einer der größten ETFs überhaupt. Er soll die Entwicklung des Goldpreises widerspiegeln und ist mit physischem Gold hinterlegt. Der Fonds steigt also im Wert, wenn auch das Edelmetall zulegt.

Stärken

Wer in Gold investieren, aber keine Barren oder Münzen kaufen will, ist mit einem physisch besicherten Gold-ETF gut bedient. Indexfonds sind liquide und lassen sich börsentäglich handeln. So auch der SPDR Gold Shares. Mit einer jährlichen Verwaltungsgebühr von 0,4 Prozent ist er, wie die meisten ETFs, vergleichsweise günstig. Für die Lagerung von Goldbarren bei der Bank zahlen Investoren einen ähnlichen Betrag. Darüber hinaus ist der Fonds am Markt etabliert. Und er stammt von einer großen und soliden Investmentgesellschaft.

Schwächen

Kritiker werfen State Street vor, dass der Fonds mittlerweile so groß sei, dass er mit Käufen und Verkaufen selbst den Markt bewegt. In der Tat gehört er zu den größten Akteuren am Goldmarkt. Wie stark er den Goldpreis beeinflusst, ist allerdings unklar. Ein größeres Problem ist der sogenannte Tracking Error: Dem Fonds gelingt es nicht immer, den Goldpreis genau abzubilden. Manchmal entwickelt er sich ein bisschen besser als das Edelmetall, manchmal ein bisschen schlechter. Das liegt vor allem an den Fondsgebühren, die von der Performance abgezogen werden, an Transaktionskosten und möglichen Cash-Positionen des ETF. Ein Tracking Error ist bei Indexfonds nicht ungewöhnlich, er lässt sich nie völlig vermeiden. Anleger sollten sich dessen aber bewusst sein.

Portfolio

Im Portfolio des SPDR Gold Shares findet sich, wenig überraschend, ausschließlich Gold. Nach massiven Zuflüssen in den vergangenen Monaten hält der Fonds derzeit rund 956 Tonnen des Edelmetalls, im Wert von rund 41,5 Mrd. US-Dollar. Es wird in Form von Barren bei der britischen Bank HSBC in London aufbewahrt. Hält das Anlegerinteresse an Gold-Investments an, könnte der ETF im Laufe der kommenden Monate seinen Rekord von Dezember 2012 einstellen. Damals hielt er 1353 Tonnen Gold – mehr als die Schweizer Nationalbank.

Fazit

ETFs entwickeln sich so wie die Märkte, die sie abbilden. Ob Anleger in den SPDR Gold Shares investieren sollten, hängt deshalb ausschließlich von ihrer Meinung zum Goldpreis ab. Wer davon ausgeht, dass dieser in den kommenden Monaten weiter steigt und seine Gold-Position aufstocken will, ist mit dem State-Street-Produkt gut bedient. Anleger sollten allerdings im Hinterkopf behalten, dass der ETF in den USA an der Börse gelistet ist. Anleger, für die das ein Ausschlusskriterium ist, etwa aus steuerlichen Gründen, finden in Deutschland Alternativen. Darüber hinaus wird beim Verkauf von Fondsanteilen Abgeltungsteuer fällig. Das Konkurrenzprodukt Xetra Gold von Deutsche Börse Commodities ist davon befreit, weil sich Anleger ihren Anteil am physisch hinterlegten Gold auszahlen lassen können. Das ist beim SPDR-ETF nicht ohne weiteres möglich.