Podcast„Wir brauchen einen eigenen Zutritt zum All“

Karl-Heinz Servos ist COO der Ariane GroupAriane Group


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


Längst haben zahlreiche Unternehmen weltweit den Weltraum als Milliardenmarkt entdeckt. Schätzungen zufolge könnten Unternehmen der Luft- und Raumfahrt hier bis 2040 ein Umsatz zwischen 926 Mrd. Dollar und mehreren Billionen Dollar erzielen – angetrieben durch den technischen Fortschritt, günstigere Raketen und kleinere Satelliten.

Allein in Deutschland arbeiten etwa 300 Unternehmen in der Luft- und Raumfahrt. Eines von ihnen ist die Ariane Group, Tochterfirma von Airbus und dem Technologieunternehmen Safran. „Wir schicken seit 30 Jahren Raketen ins All“, erzählt COO Karl-Heinz Servos im Podcast „So techt Deutschland“.

Heute beeinflussen vor allem neue private Wettbewerber wie SpaceX von Tesla-Chef Elon Musk den Markt – und verändern die Vorstellungen der Kunden. „Wir mussten eine komplett neue Rakete bauen“, so Servos. Flexibler und deutlich günstiger soll das neue Modell sein – und er ist optimistisch, dass das gelingt.

„Wir brauchen einen eigenen Zutritt zum All“

Trotzdem bleibt der Markt gerade international umkämpft. Allein das US-Budget für den Weltraum sei sechs- bis siebenmal so groß, berichtet Servos. Für die Ariane Group seien diese Summen unerreichbar – auch der russische und der chinesische Markt seien zu. „Wir brauchen einen eigenen Zutritt zum All. Ansonsten werden wir uns in eine Transportliste eintragen und warten müssen, bis wir mitgenommen werden“, fordert Servos.

Er plädiert deshalb dafür, dass Europa mehr auf die eigene Technologien setzt, wenn es darum geht Satelliten ins All fliegen zu lassen. „Wenn sie für viel Geld eine Rakete entwickeln und dann fliegen sie die Satelliten mit dem Ausland ins All, um zehn Millionen zu sparen, setzen wir in die falsche Art der Zukunft“, sagt er.

Mit der Trägerrakete „Ariane 6“ wurde die Ariane Group bereits 2015 von der ESA beauftragt. Eigentlich war der Erstflug für Ende 2020 geplant, wurde jedoch aufgrund der Covid-Pandemie um mindestens ein Jahr verschoben. Die Ariane 6 sei „auf jeden Fall konkurrenzfähig“, ist Servos überzeugt, denn sie sei eine hochflexible Rakete.

Warum der COO der Ariane Group für mehr Europa in der Raumfahrt plädiert und was er von einem Weltraumbahnhof in der Nordsee hält, erzählt Karl-Heinz Servos in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


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