PodcastWepa: „Wir wollen uns einen neuen Markt schaffen“

Seit Januar 2021 sitzt Andreas Krengel im Vorstand von Wepa
Seit Januar 2021 sitzt Andreas Krengel im Vorstand von WepaWEPA

Mit seinem Hygienepapier galt Wepa vor allem im ersten Corona-Lockdown als einer der Krisengewinner. Toilettenpapier, Taschentücher und Küchenrollen des sauerländischen Familienunternehmens wurden zum Verkaufschlager. Auch abseits der Krise ist das Unternehmen mit einem Marktanteil von 25 Prozent in Deutschland und einem Umsatz von 1,3 Mrd. Euro eine Branchengröße. „Da dürfen wir uns aber nicht drauf ausruhen“, sagt Wepa-Vorstandsmitglied Andreas Krengel im Podcast „Alles Neu?… Aus dem Maschinenraum“. „Es gibt eine stabile Nachfrage, aber die nimmt auch nicht mehr so stark zu.“

Für ihn ist deshalb klar, weitere müssen Produkte her. Außerdem soll das Angebot noch umweltfreundlicher werden. „Wir haben uns vorgenommen, bis 2023 das nachhaltigste und agilste Unternehmen in unserer Branche zu sein“, sagt Krengel, auch wenn dies bedeutet, dass man eine Nachfrage erst selbst entwickeln muss: „Unser Anspruch ist schon, dass wir uns einen neuen Markt schaffen.“

Auch deswegen arbeitet Wepa mit dem Start-up Snyce zusammen, das nach eigenen Angaben Toilettenpapier „ohne Plastik, ohne Chemie und ohne Bullshit“ verkauft. Potential für nachhaltigere Produkte am Markt sieht Krengel durchaus. „Wir sind Marktführer für Hygienepapiere aus Recyclingfaser, der Gesamtmarkt vertreibt davon aber nur 20 Prozent“, sagt der 32-Jährige.

„Familienunternehmen sind nicht per se langlebiger“

Seit Januar 2021 führt Krengel gemeinsam mit seinem Vater Martin und zwei weiteren Vorständen die Geschäfte. Durch ihn ist damit auch die dritte Generation der Inhaberfamilie an der Firmenspitze vertreten. „Wir sind familiengeführt, aber wir positonieren uns als verantwortungsbewusste Eigentümer“, sagt Krengel. Die Einbindung aller 17 Familienmitglieder in die Entwicklungen rund um das Unternehmen spielen daher eine große Rolle. „Familienunternehmen sind nicht per se langlebiger, sondern die Familie kann dort eine große Chance sein oder ein gewisses Risiko sein“, sagt Krengel. Denn Unternehmen und Unternehmerfamilie seien wie zwei eigene Systeme. „Man muss sich da sehr bewusst sein, dass diese beiden Systeme sehr dynamisch sind und auch unterschiedlichen Logiken folgen“, sagt Krengel. Neben der Unternehmensstrategie, gebe es deshalb auch eine eigene Familienstrategie.

Weshalb er nichts von Lufttrocknern hält und warum seine Familie eine eigene Zeitung herausgibt, erzählt Andreas Krengel im Gespräch mit Tobias Rappers, Managing Director von Maschinenraum, und Nils Kreimeier, leitender Redakteur beim Wirtschaftsmagazin Capital. Alle Folgen von „Alles Neu…? Aus dem Maschinenraum“ finden Sie bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify.