PodcastWenn smarte Haushaltsgeräte für Cyber-Attacken missbraucht werden

Vor allem smarte Haushaltsgeräte sind ein beliebtes Ziel für Cyber-Attacken
Vor allem smarte Haushaltsgeräte sind ein beliebtes Ziel für Cyber-AttackenIMAGO / Westend61


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.

Die Digitalisierung in Deutschland komme voran – nicht zuletzt durch die Pandemie, bilanziert Marc Wilczek, Chef des IT-Sicherheitsanbieters Link11. Damit einher gehe aber auch ein „starkes Wachstum der Angriffe, der Cyber-Kriminalität“. Seit Jahren erhebt  Link11 Statistiken zur Bedrohungslage im Web. „Wenn wir uns die jüngsten Ergebnisse aus dem ersten Quartal dieses Jahres anschauen, sehen wir, dass sich die Angriffe verdoppelt haben“, so Wilczek.

In der letzten Studie zu den sogenannten DDoS-Angriffen, die NTV exklusiv vorliegt, gibt es eine Steigerung von fast 130 Prozent während der Corona-Pandemie. Bei DDoS-Angriffen (Distributed Denial of Service) werden Websites mit einer Unmenge an Daten und Anfragen gezielt massiv überlastet, sodass das System kollabiert.

Wilczek erklärt: „Das kommt zum einen daher, dass Unternehmen aufgrund der zunehmenden Digitalisierung auch anfälliger werden.“ Digitalisierung habe immer zwei Seiten. Zum einen die Möglichkeit für Innovationen und neue Geschäftsmodelle, zum anderen machten sich Unternehmen abhängiger von IT-Diensten. Fallen diese weg, habe das unmittelbare Konsequenzen. „Das ist der Gegenseite nicht entgangen. Es gibt immer mehr Kriminelle, die versuchen, von der Situation zu profitieren“, erzählt der Link11-Chef im Podcast. „Cybercrime floriert und boomt wie nie zuvor.“

Smarte Haushaltsgeräte wenig geschützt

Marc Wilczek ist Geschäftsführer des IT-Sicherheitsunternehmens Link11 (Foto: Link11)

Besonders gefährdet seien Experten zufolge die smarten Geräte im Haushalt, darunter internetfähige Glühbirnen, Kühlschränke oder Fernseher. Inzwischen gebe es mehr davon als Menschen, so Wilczek. Er warnt davor, dass die smarten Konsumgeräte fast gar nicht geschützt seien. Sie „werden immer häufiger dazu missbraucht, diese künstlichen Datenlawinen zu erzeugen“. Damit seien aber auch die Produktionssysteme der Unternehmen gefährdet. Wenn dort eine solche Datenlawine eintrifft, dann „sind die Schäden größer als das jemals in der Vergangenheit der Fall war“, sagt Wilczek. Dann könne man sich ausmalen, was passiere, wenn es zum Beispiel in der Lebensmittelindustrie zum Stillstand komme.

Auch nach der Pandemie dürften die Cyber-Attacken ein Thema bleiben, erwartet Wilczek. Wieso er sich trotzdem für mehr Gelassenheit bei diesem Thema ausspricht, erzählt er in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


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