Weltwirtschaft 2018Der Aufschwung geht in die zehnte Runde

Containerschiff aus der Luft fotografiert
Containerschiff: Die Weltwirtschaft wird im laufenden Jahr noch schneller wachsen

Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr mit noch mehr Dynamik als 2017 wachsen. Diese Schlussfolgerung lässt der Blick auf die wichtigsten globalen Frühindikatoren zu, seien es beispielsweise die Frühindikatoren der OECD, die globalen Einkaufsmanagerindizes aus dem verarbeitenden Gewerbe und dem Dienstleistungssektor oder auch Umfragen unter Konsumenten. Sowohl in den Industrie- als auch in den meisten Schwellenländern haben sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen bis zuletzt verbessert, sodass sich die Weltwirtschaft erstmals seit langem in einem global synchron verlaufenden Aufschwung befindet. Dieser hat die Tendenz, sich selbst zu verstärken, sodass das globale Wachstum in diesem Jahr abermals positiv überraschen dürfte.

Zyklische Erholung der Weltwirtschaft …

Seit der Finanz- und Wirtschaftskrise der Jahre 2008 und 2009 ist die Weltwirtschaft sehr ungleichmäßig und im Vergleich zu früheren Konjunkturzyklen schwach gewachsen. Statt Zuwachsraten von vier oder fünf Prozent zu erreichen, wuchs die Weltwirtschaft in den vergangenen Jahren gerade einmal mit gut drei Prozent. Für das geringere Wachstum waren zunächst vor allem die Industrieländer verantwortlich, die in den Folgejahren der Krise mit einem starken Anstieg der Staatsverschuldung zu kämpfen hatten. Später kamen dann politische Fehlentwicklungen in einigen Schwellenländern hinzu, die sich wachstumsdämpfend bemerkbar machten, und im Jahr 2015 wurden diese negativen Effekte noch durch den Verfall der Rohstoffpreise verstärkt.

Im vergangenen Jahr sah es dann zeitweise danach aus, als ob dem Aufschwung endgültig die Luft ausgehen würde, nachdem politische Entwicklungen (Brexit-Entscheidung im Juni 2016, US-Präsidentschaftswahl im November 2016) zu einer starken Zunahme der „gefühlten“ wirtschaftlichen Unsicherheit führten. Doch es kam anders. Obwohl der Aufschwung mittlerweile schon mehr als 100 Monate anhält und es bei der Betrachtung der durchschnittlichen Länge eines Konjunkturzyklusses der letzten 70 Jahre längst an der Zeit für einen neuen Abschwung wäre, hat die Konjunkturdynamik sowohl in den Industrie- als auch in den Schwellenländern im Jahresverlauf 2017 positiv überrascht. Für dieses Jahr rechnen wir mit einer Fortsetzung dieser erfreulichen Entwicklung.

… setzt sich 2018 mit höherem Tempo fort

Bislang gibt es keine Anhaltspunkte, die auf ein absehbares Ende der guten Konjunktur hindeuten. Im Gegenteil: Weltweit haben sich fast alle wichtigen konjunkturellen Frühindikatoren im Laufe der vergangenen Monate verbessert. Von daher geht auch der Internationale Währungsfonds in seiner gerade veröffentlichten neuesten Prognose davon aus, dass sich das globale Wachstum in diesem Jahr von 3,7 auf 3,9 Prozent beschleunigt. OECD und Weltbank rechnen ihrerseits ebenfalls mit einer leichten Zunahme der wirtschaftlichen Dynamik im Jahr 2018. Allerdings fällt auf, dass alle drei Organisationen sehr vorsichtig mit ihren Ausblicken bleiben und auf die vielen verbleibenden Risiken hinweisen.

Unseres Erachtens ist es allerdings aufgrund der derzeit zu beobachtenden weltweit starken Konjunkturdynamik sehr wahrscheinlich, dass die tatsächliche wirtschaftliche Entwicklung 2018 wie schon im vergangenen Jahr besser ausfallen wird, als es in diesen Prognosen zum Ausdruck kommt. Die vorsichtige Haltung vieler Prognostiker ist vor allem darauf zurückzuführen, dass die Wachstumserwartungen in den Jahren nach der Finanzkrise fast immer zu optimistisch waren. Mittlerweile hat man die Prognosefehler aus der Vergangenheit erkannt und daraus „gelernt“, vorsichtigere Einschätzungen abzugeben. Doch diese Vorsicht führt in die Irre. Wir rechnen mit einem globalen Wirtschaftswachstum von mehr als vier Prozent.