Digilab-StudieWelche Unternehmen die besten Innovationslabore haben

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Trotz oder vielleicht gerade wegen dieser Einschränkung haben sich die Labs in vielen Unternehmen als Instrument etabliert. Obwohl die Wirtschaft und mit ihr die Umsätze zuletzt nicht mehr so zulegten wie in den vergangenen Jahren, wurden wenige Labore dichtgemacht. Es kommen sogar noch neue hinzu. Nicht nur Großkonzerne, auch immer mehr Mittelständler setzen sie wie selbstverständlich ein, um sich weiterzuentwickeln.

Die Teams bringen Ideen auf den Weg und schulen Mitarbeiter, die danach in ihre Abteilungen zurückkehren und im Idealfall frischen Wind mitbringen. Capital zeigt in vier Beispielen aus sehr unterschiedlichen Branchen, wie solche Innovationen funktionieren können.

Audi: Powerbank für E-Autos

Die Denkwerkstatt der Volkswagen-Tochter Audi in Berlin wirkt auf den ersten Blick wie das Klischee eines Konzern-Labs. Matthias Brendel und sein Team sind in die Factory im Ortsteil Kreuzberg eingezogen, einen sogenannten Coworking Space, der mit unverputzten Wänden und quinoalastiger Hipster-Kantine als Anlaufstelle für Unternehmen auf der Suche nach jungen Talenten geschaffen wurde.

Doch das ist nur die Kulisse. Die Denkwerkstatt funktioniert nach einem eigenen Prinzip: Brendel, der ursprünglich aus der Motorenkonstruktion kommt, hat das Lab als Ideenmaschine aufgebaut. Dazu werden Teams aus unterschiedlichen Unternehmensbereichen für jeweils sechs Monate durch das Lab geschleust. Sogar leben sollen die Mitarbeiter in dieser Zeit zusammen, in einer vom Unternehmen gestellten Wohngemeinschaft. Jedes Team widmet sich dabei einer konkreten Frage – etwa wie elektrisches Fahren in einem städtischen Umfeld erleichtert werden kann. Im Eiltempo und mit klarer Perspektive wird daraus ein Projekt entwickelt. „Unser Ziel sind Geschäftsmodelle, die funktionieren“, sagt Brendel.

Das Verfahren trägt Früchte: Im Ranking hat es Audi sowohl beim Finden wie beim Entwickeln von Ideen auf die obersten Ränge geschafft. Eins der Projekte nennt sich ParkE: eine mobile Ladesäule für E-Autos. Sie kann an jeder Steckdose aufgeladen werden und den Strom direkt zum Auto bringen, zum Beispiel in Tiefgaragen oder auf Parkplätze von Gewerbebetrieben. Die Firmen müssen dann nicht in fest installierte Ladestationen investieren. „Eine Art Powerbank für E-Fahrzeuge“, sagt Brendel. Für den Konzern könnte das sinnvoll sein, weil die Säulen auch mit ausgedienten Batterien aus Elektroautos bestückt werden können, die zum Laden noch ausreichen.