DigitallaboreWas SAP an Berlin hat

"Data Kitchen" von SAP am Hackeschen Markt in Berlin. Der IT-Konzern profitiert vom Haupstadt-ClusterDaniela Lippert/SAP

Dass Berlin ein Zentrum der deutschen und europäischen Start-up-Szene darstellt, ist ein Gemeinplatz geworden, den man sich kaum noch hinzuschreiben traut. Nicht ganz geklärt ist allerdings, warum das so ist. Weder gibt es in der Stadt besonders viel Geld noch von Haus aus viel technisches Know-how.

Die Entwickler kommen gern zu uns

Ignatz Schatz

Was die deutsche Hauptstadt trotzdem attraktiv macht, lässt sich am Beispiel des SAP IoT Startup Accelerator erahnen. „Die Entwickler, die wir benötigen, kommen gern nach Berlin“, sagt Ignatz Schatz, der beim Accelerator zuständig für die Zusammenarbeit mit Start-ups ist. „Wir müssen sie daher gar nicht vor Ort suchen.“

Offenheit für Kooperationen durch Innovationlabs

Weil andere Unternehmen ihre Innovationseinheiten ebenfalls in Berlin haben, ergibt sich dann rasch ein Cluster-Effekt. Das gilt noch mehr für ein Unternehmen wie SAP, dessen Software fast überall in der deutschen Wirtschaft im Einsatz ist. Finden die SAP-Leute ein Start-up, dessen Lösung sich an die eigene Software andocken lässt, ist der Weg zu den anderen Digitaleinheiten nicht weit. „Die, die selbst schon ein Lab haben, sind besonders offen für Kooperationen“, sagt Schatz. „Andere nutzen uns, um einmal etwas mit Start-ups auszuprobieren.“ Im Zweifel trifft man sich in der Data Kitchen, die SAP strategisch am Hackeschen Markt platziert hat.

Sogar ein alter Standortnachteil Berlins wird durch SAP ausgeglichen. Traditionell finden sich in der Stadt eher Frontend-Spezialisten, also Entwickler, die schicke Oberflächen bauen können, etwa für Lieferdienste. SAP braucht aber eher Backend-Experten, die weniger auf den Nutzer, sondern stärker auf das System konzentriert sind. Der Softwareriese zieht solche Backend-Entwickler in die Hauptstadt – wovon dann auch andere Unternehmen vor Ort profitieren.


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