PodcastWarum Start-ups auch scheitern dürfen

Seit 15 Jahren ist Alex von Frankenberg Geschäftsführer des High-Tech Gründerfonds. Der Fonds unterstützt junge Start-ups
Seit 15 Jahren ist Alex von Frankenberg Geschäftsführer des High-Tech GründerfondsHigh-Tech Gründerfonds


Künstliche Intelligenz, Blockchain oder Social Bots – Die Zukunft ist digital. Aber wie digital ist eigentlich Deutschland? Im Podcast „So techt Deutschland“ gewähren die besten Digitalexperten Einblicke in die Tech-Szene.


Wenn Start-ups in den Kinderschuhen stecken, kommt es auf die Unterstützung von Investoren an. Um die zu finden, zieht es viele junge Unternehmer daher seit August 2014 in die TV-Sendung „Die Höhle der Löwen“. Wer die Investoren in nur wenigen Minuten mit seiner Idee überzeugt, dem winkt finanzielle Unterstützung.

Junge Tech-Unternehmen haben dagegen noch eine ganz andere Option: Den High-Tech-Gründerfonds (HTGF). Auch hier stehe das Gründerteam schließlich vor einem Kommittee und präsentiere seine Pläne, erklärt Geschäftsführer Alex von Frankenberg. Der Auswahlprozess davor dauere aber mehrere Monate. „Wir haben sehr technologieintensive, komplizierte Themen, eher für den Businessbereich, die sich gar nicht fürs Fernsehen eignen würden“, sagt von Frankenberg angesprochen auf den Vergleich zur TV-Sendung.

Seit 15 Jahren unterstützt der High-Tech Gründerfonds junge Start-ups, wenn sie nicht älter als drei Jahre sind und nicht mehr als 500.000 Euro eingesammelt haben. 2005 wurde der HTGF vom damaligen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem Bundeswirtschaftsministerium ins Leben gerufen. Startkapital: 272 Mio. Euro. Seitdem hat der Fonds fast 900 Mio. Euro in 580 Start-ups investiert.

Dabei war nicht jede Idee immer unbedingt erfolgreich. „Man darf erfolgreich sein und man darf auch scheitern“, findet von Frankenberg. Auch unter den Unternehmern beim HTGF seien immer wieder „Wiederholungs-Gründer“, erzählt er. „Wir haben Gründer, die sind gescheitert, die haben superhart gekämpft“. Die habe man direkt wieder in anderen Projekten eingesetzt, wo sie ihre Erfahrungen einbringen konnten.

Grundsätzlich müsse in Deutschland weniger über Risiken gesprochen werden, findet von Frankenberg. „Wir brauchen den Blick auf die Chance, auf die Möglichkeit“, sagt er. Im Schnitt würden die Dinge klappen, auch wenn es mal nicht so scheint. Das gelte auch für ihn: „Streetscooter war ein Unternehmen, was wir abgelehnt haben“, gibt er unumwunden zu. Damals war man nicht überzeugt davon, dass so etwas in Deutschland funktionieren könne.

Ob er diese Entscheidung bereut und was Gründer heute besser können als vor 20 Jahren, erzählt Alex von Frankenberg in der neuen Folge von „So techt Deutschland“.


Alle Folgen von „So techt Deutschland“ finden Sie in der n-tv App, bei Audio Now, Apple Podcasts, Deezer, Soundcloud und Spotify. Für alle anderen Podcast-Apps können Sie den RSS-Feed verwenden. Nehmen Sie die Feed-URL und fügen Sie „So techt Deutschland“ einfach zu Ihren Podcast-Abos hinzu.