KommentarVW-Skandal ist die Rache der Realität

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Kleines Schlupfloch für VW

Die Beweise gegen VW in Kombination mit der Tatsache, dass sich das Unternehmen bereits entschuldigt hat, sind sehr schwerwiegend. In ihrer offiziellen Stellungnahme beschreibt die Umweltschutzbehörde detailliert, wie ein „ausgeklügerter Software-Algorithmus“ eingesetzt wurde, um zwischen verschiedenen Emissionsstufen hin- und herzuschalten, je nach dem ob das Fahrzeug auf der Straße fuhr oder getestet wurde.

Es gibt eine kleine Zweideutigkeit in der Stellungnahme, wo es heißt, VW „wusste oder hätte wissen müssen “, dass es eine Abschalteinrichtung in seine Autos eingebaut habe. Mit diesem Gerät werden Emissionen beispielsweise von Stickoxiden erhöht, wenn das Auto auf der Straße fährt, statt ein Testverfahren zu durchlaufen.

Damit ergibt sich die Möglichkeit für VW zu argumentieren, dass es nicht absichtlich gegen Vorschriften verstoßen habe. Es ist der bislang schwerste Fall einer mutmaßlichen Verletzung von EPA-Normen, allerdings wurden auch schon andere Hersteller dabei erwischt, falsche Angaben über die Leistung ihrer Fahrzeuge gemacht zu haben.

Im vergangenen Jahr zahlten Hyundai und Kia eine Geldbuße von 100 Mio. Dollar in den USA als Teil einer Gesamtstrafe von 300 Mio. Dollar, weil sie bei der Kraftstoffeffizienz ihrer Autos übertrieben hatten. Und auch Ford musste zweimal die Schätzungen für den Kraftstoffverbrauch einiger Modelle senken. Weil die EPA-Standards strenger geworden sind, ist es schwieriger sie einzuhalten.

Der Ruf ist ruiniert

Aber darauf kann sich VW nicht ausruhen. Die Anschuldigungen sind so spezifisch und so schwerwiegend – einschließlich des Vorwurfs, das Unternehmen habe erst nach einjährigen Untersuchungen eingeräumt, was es gemacht habe – dass sie nicht zu übersehen sind. Wenn VW keine Entlastung gegen den Vorwurf des vorsätzlichen Betrugs findet, ist das Ansehen des Unternehmens schwer beschädigt.

VW hat lange darum gekämpft, in den USA genauso gut voranzukommen wie in Europa und Asien. Es hat für 1 Mrd. Dollar ein Werk in Tennessee gebaut und versprochen weitere Milliarden in die Expansion zu investieren. Aber trotz des Erfolgs mit dem VW Käfer in den 1960er-Jahren, versucht VW immer noch die japanischen und asiatischen Autohersteller einzuholen.

Das letzte, was es sich wünschen konnte, war ein Vorfall, der den Ruf der Marke und seiner Spitzentechnologie überschattet. Genau das ist jetzt passiert.

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