DigitalisierungVerliert Deutschland bei der Digitalisierung den Anschluss?

Der Mittelstand profitiert von digitalen Technologien.
Der Mittelstand profitiert von digitalen Technologien.KfW Bankengruppe, Lena Burmann

Die ersten Sätze im aktuellen „KfW-Digitalisierungsbericht Mittelstand 2018“ klingen noch recht beruhigend. „Die Digitalisierung fasst in zunehmendem Maß Fuß im Mittelstand“, heißt es da. Rund 1,1 Millionen Mittelständler in Deutschland haben ihre Digitalisierungsvorhaben nachweislich vorangetrieben. Doch schon auf Seite 2 der repräsentativen Studie  gibt es unangenehme Nachrichten: „Deutschland nimmt bei der Digitalisierung nur eine Position im Mittelfeld ein“, schreiben die Autoren mit Verweis auf zwei internationale Studien. Und das hat schwerwiegende Folgen:

  • Die Mehrzahl der Mittelständler hinkt dem Stand der Technik hinterher.
  • Rund die Hälfte der Mittelständler nutzt einzelne Anwendungen digital vernetzter Information und Kommunikation – aber nur gut ein Viertel dieser Unternehmen verfügt über eine Digitalisierungsstrategie.
  • Ein Drittel der Mittelständler sind ausgesprochene Nachzügler. Selbst grundlegende digitale Anwendungen sind bei diesen Unternehmen nur unterdurchschnittlich verbreitet.

Insbesondere die Gefahr einer Spaltung des Mittelstands in große, stark digitalisierte Mittelständler und kleine, bei der Digitalisierung abgehängte Unternehmen ist für die KfW-Autoren „Anlass zur Sorge“. „Wir wissen, dass fast die Hälfte der Unternehmen, die in Digitalisierung investieren, dafür weniger als 10.000 Euro pro Jahr ausgibt. Sie riskieren damit, den Anschluss zu verlieren“, betont deshalb auch Harriet Wirth, Direktorin Produktmanagement der KfW-Mittelstandsbank.

Harriet Wirth, Direktorin Produktmanagement der KfW
Harriet Wirth, Direktorin Produktmanagement der KfW (Foto: KfW Bankengruppe, Gaby Gerster)

Erleichterter Kreditzugang

Die Möglichkeiten, die Digitalisierung für Prozesse, Produkte und Dienstleistungen zu nutzen, sind für Unternehmen sehr vielfältig. So ermöglichen digitale Technologien zum Beispiel die Entwicklung völlig neuer Produkte und datenbasierter Dienstleistungen. Die digitale Ansprache der Kunden, etwa über Social Media, bietet dem Marketing neue Wege. Und auch der Vertrieb profitiert durch mobil ausgerichtete Online-Bestellmasken, eine optimierte Nachfragedokumentation und vereinfachte Bezahlvorgänge.

Allerdings fällt es gerade kleinen Unternehmen besonders schwer, ihre Digitalisierung extern zu finanzieren. „Oft fehlen bei solchen Vorhaben die für klassische Bankkredite erforderlichen Sicherheiten“, weiß Harriet Wirth. „Daher übernimmt die KfW – unterstützt von der EU – auf Wunsch 70 Prozent des Kreditrisikos und entlastet so die Hausbanken.“ Einen ersten Hinweis darauf, ob auch Ihr Digitalisierungsvorhaben im Rahmen des KfW-Kredits gefördert werden kann, geben die folgenden sechs Fragen:

  • Wollen Sie in die Sicherheit Ihrer Daten oder Ihrer IT investieren?
  • Haben Sie vor, das Firmennetzwerk auszubauen?
  • Planen Sie die Entwicklung von Apps oder wollen Sie einen Online-Shop aufsetzen?
  • Wollen Sie Ihre Fertigung oder Ihre Logistik vernetzen?
  • Sind neue Fertigungstechniken, wie etwa 3-D-Druck, für Sie interessant?
  • Planen Sie, in Online-Marketing oder Social-Media-Kommunikation zu investieren?

Junge Unternehmen willkommen!

Bisher stellte die KfW den zinsgünstigen ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit nur für mittelständische Unternehmen und Freiberufler bereit, die mindestens zwei Jahre am Markt sind. Ab Juli 2019 gelten dieselben Konditionen auch für Unternehmen, die mit ihrer Geschäftstätigkeit gerade erst beginnen. Besonders willkommen: junge Technologiefirmen! Mehr zum ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit erfahren Sie auf kfw.de/380.

Wie junge Unternehmen und Gründer ihre Ideen umsetzen und finanzieren können, zeigt das Beispiel von Superseven. Erfahren Sie hier wie die Gründer des Start-ups mit Öko-Verpackungen gegen Plastikmüll kämpfen.

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