Podcast Trivago-Chef Hefer: „Deutschland steht ganz oben auf der Liste“

Trivago-Chef Axel Hefer
Trivago-Chef Axel Hefer
© Trivago
Bei der Hotel-Suchmaschine Trivago zieht das Geschäft allmählich wieder an. Gesucht werden vor allem Unterkünfte im eigenen Land. Trivago-Chef Axel Hefer erklärt, wie sein Unternehmen darauf reagiert und weshalb er den Wettbewerb mit Google für unfair hält

Nach einem massiven Einbruch in der Pandemie mehren sich bei der Hotel-Suchmaschine Trivago wieder die Buchungen. Die deutschen Kunden aber setzen angesichts der großen Unsicherheit und der grassierenden Delta-Variante des Coronavirus mehr als früher auf das eigene Land. „Deutschland steht ganz oben auf der Liste, aber auch Holland und Österreich“, sagt Trivago-Chef Axel Hefer im Podcast „Die Stunde Null“. „Also Ziele, die in der Nähe sind. Alles, was man gut kennt und wo man das Gefühl hat, dass man es gut einschätzen kann.“ Für den Sommerurlaub mit der Familie sei es „natürlich das Sicherste, in Deutschland zu bleiben“.

Angesichts des veränderten Buchungsverhaltens hat Trivago eine Funktion eingeführt, bei der die Kunden nach interessanten Unterkünften in ihrer näheren Umgebung suchen können – beispielsweise in einem Radius von bis zu 300 Kilometern. „Es geht um eine Inspiration für lokales Reisen“, sagt Hefer. Das Unternehmen litt in der Pandemie massiv unter dem Rückgang des weltweiten Reiseverkehrs. Der Umsatz ging im Jahr 2020 auf 249 Mio. Euro zurück – nach knapp 839 Mio. Euro im Jahr davor. Trivago steuerte mit harten Sparmaßnahmen gegen, es gab eine harte Entlassungswelle.

Wir leiden natürlich unter dem aus unserer Sicht unfairen Wettbewerb durch Google
Axel Hefer

Nun muss das Unternehmen daraufsetzen, die Kunden mit erleichterten Angeboten zu locken. Zum Beispiel mit der Möglichkeit, ihre Buchungen problemlos zurückzunehmen, wenn sich die Reisebedingungen ändern. „Storno ist insgesamt schon deutlich wichtiger geworden“, sagt Hefer. „Ich denke aber auch, dass in ein oder zwei Jahren sich das wieder normalisieren wird.“

Probleme sieht Hefer im Wettbewerb mit Suchmaschinen und großen Plattformen wie Google. „Durch die zunehmende Digitalisierung dominieren mehrere Spieler den Markt. Sie können unser Verhalten massiv beeinflussen und greifen immer stärker in die Wertschöpfung ein.“ Dies sei jedoch ein gesellschaftliches Problem, über das sich die Politik Gedanken machen müsse. „Wir leiden natürlich unter dem aus unserer Sicht unfairen Wettbewerb durch Google“, sagt Hefer. „Aber wir können nur so schnell wie möglich neue Produkte auf den Markt bringen und die Nutzer davon überzeugen, dass unsere Produkte besser sind als die des Monopolisten.“

Hören Sie außerdem in der neuen Folge von „Die Stunde Null“,

  • was Hefer im Aufsichtsrat des Bundesliga-Absteigers Schalke 04 vorhat,
  • wo Hefer selbst seinen Urlaub verbringt,
  • wie der Trivago-Chef seine Kinder im Home Office beschäftigt hat.

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