
Es war eine Sensation: Im 18. Jahrhundert entdeckte der italienische Mediziner und Anatomie-Professor Luigi Galvani ein neues Phänomen. Er nannte es „tierische Elektrizität“. Nun sollte man heute nicht an der eigenen Allgemeinbildung zweifeln, wenn man davon noch nie etwas gehört hat. Denn der Begriff setzte sich am Ende nicht durch. Stattdessen ein anderer: Batterie. Zu Galvanis Zeit aber glaubte man, dass die Nerven von Lebewesen von einem geheimnisvollen elektrischen Fluidum durchdrungen seien. Galvani hoffte, eine neue Lebenskraft entdeckt zu haben.
Wie er darauf kam? Auf der Suche nach dem mysteriösen Nervenfluidum experimentierte Galvani 1780 mit Froschschenkeln. Als er diese mit einem Messinghaken an ein Eisengitter hängte, begannen die Muskeln zu zucken. Doch war es keine neue Form der Elektrizität – tatsächlich hatte Galvani unwissentlich einen Stromkreis erzeugt. Zwei unterschiedliche Metalle, das Salzwasser im Frosch-gewebe als elektrischer Leiter und die Muskelzellen als Verbraucher – das waren die Grundlagen für die „galvanische Zelle“. Oder besser: für die erste elektrische Batterie der Welt.
Zehn Jahre später, ebenfalls in Italien: Der Physiker Alessandro Volta erkennt die Errungenschaft Galvanis und gleichzeitig dessen Fehlinterpretation. Seine Erkenntnis, dass zwei unterschiedliche Metalle Elektrizität erzeugen, sobald man sie durch ein leitendes, nichtmetallisches Medium – ob Froschschenkel, Salzlösung oder feuchtes Textilgewebe – verbindet, sollte die Welt verändern. Im Jahre 1800 konstruiert er die erste echte Batterie, die als „Volta‘sche Säule“ in die Geschichte eingeht. Bestehend aus geschichteten Kupfer- und Zinkplättchen, zwischen denen sich in Salzlauge getränkte Papp- oder Lederstückchen befinden, markiert diese Erfindung einer Stromquelle ein bedeutsames Ereignis in der Geschichte.
Und sie machte die weitere Forschung erst möglich. In den nächsten hundert Jahren wurden eine Reihe modifizierter Batterien vorgestellt. So war es Johann Wilhelm Ritter, der mit der „Ritter‘schen Säule“ den ersten Akku entwickelte. Die Vorrichtung konnte elektrischen Strom laden, speichern und wieder entladen. Der deutsche Erfinder Paul Schmidt ebnete 1906 mit der Erfindung der elektrischen Taschenlampe unter dem Einsatz seiner Trockenbatterien den Weg zur Massenproduktion.

Heutzutage sind Batterien und Akkus allgegenwärtige Begleiter des Alltags. Ob in Smartphones, Laptops oder im morgendlich klingelnden Wecker – gespeicherter Strom macht das Leben leichter. Und die Mobilität. Automobil-Experten sind sich zumeist einig: Elektroautos sind die Fahrzeuge der Zukunft. Dank leistungsfähiger „galvanischer Zellen“ fahren Elektroautos weitgehend umweltfreundlich. Besonders natürlich, wenn man sie mit selbst erzeugtem Strom betankt. Der Stromanbieter innogy beispielsweise hat intelligente Lösungen im Programm, mit denen sich das eigene Elektroauto überall laden lässt: unterwegs an öffentlichen Ladesäulen, kostenlos in Hotelgaragen oder ganz einfach zu Hause an einer Ladestation. Auf Wunsch mit selbst erzeugtem Sonnenstrom: Die Solaranlage auf dem eigenen Dach liefert den Strom, der in einem Speicher – also einer Batterie! – im Keller „zwischengelagert“ werden kann und bei Bedarf den Akku des Autos lädt.
Kleiner, leichter, leistungsstärker – die Zukunft der Batterie verspricht nicht nur für das Auto immer mehr Power. Und Umweltschutz ist ein wesentlicher Treiber der Forschung. Dabei zapft man nicht nur die Sonne an – sondern auch Zucker. Unlängst wurde ein Batterie-Prototyp vorgestellt, der als mobiler Ladeakku für Smartphones dienen könnte. In diesem wird Elektrizität aus Kohlenhydraten erzeugt und Zuckerwasser mithilfe von Enzymen in elektrische Energie umgewandelt. Ein Experiment, das wohl auch Batterie-Pionier Luigi Galvani erfreut hätte.
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