Samwer-FirmenfabrikStill und leise ist Rocket Internet zum Fintech-Investor geworden

Rocket Internet-Chef Oliver Samwer
Gemeinsam mit seinen Brüdern Marc und Alexander Samwer gründete der Investor bereits in den 1990ern das Internet-Auktionshaus Alando und später den Klingeltonabieter Jamba. 2006 fiel der Startschuss für Rocket Internet. Das Unternehmen ging 2014 an die Börse und hat bis heute in über 100 Firmen investiert, bzw. Tochterunternehmen gegründet. Samwer bleibt jedoch nicht von Kritik verschont: Der Vorwurf, die Geschäftsmodelle anderer Firmen zu kopieren, steht immer wieder im Raum.Getty Images

Er habe mehr Geld als Ideen, sagte Rocket-Internet-CEO Oliver Samwer kürzlich vor seinen Aktionären. Auf der verzweifelten Suche nach möglichen neuen Geschäftsmodellen schaue sich der Company Builder zunehmend auch die Bereiche Proptech, Traveltech, B2B und Software as a Service an. Und den Fintech-Markt.

Dabei hat Rocket mit dem Aufbau eigener Finanz-Start-ups bislang höchst durchwachsene Erfahrungen gemacht. Das zeigt aktuell das Beispiel Zinsgold: Die Plattform für Festgeldvermittlung, die die Berliner Firmenfabrik erst 2017 zusammen mit der Fintech Group gestartet hatte, wurde vor wenigen Tagen liquidiert. Klar ist: Der Angriff auf die erfolgreichen Wettbewerber Weltsparen und Zinspilot, die allesamt Kundengelder an europäische Banken mit höheren Zinsniveaus vermitteln, gelang nicht. Die Konkurrenten sind mit vielen Millionen finanziert und können mehr als eine Milliarde an Kundeneinlagen vorweisen.

Rocket Internet hat sich umorientiert

Schon in der Vergangenheit tat sich der Samwer-Inkubator mit seinen eigenen Fintech-Start-ups schwer: Die Kreditplattformen Zencap und Lendico verkaufte das Unternehmen, das Payment-Start-up Payleven wurde mit Sumup fusioniert und um den Kreditvermittler Spotcap ist es ruhig geworden – ein großer Exit im Portfolio blieb aus.

Parallel aber hat CEO Oliver Samwer in den vergangenen Jahren seinen Company Builder zu einem der wichtigsten europäischen Wagniskapitalgeber umgebaut, er gründet neue Ventures nun nicht mehr selbst, sondern beteiligt sich hauptsächlich an anderen Start-ups. Mehrere hundert Beteiligungen zählen bereits dazu. Dabei ist Rocket fast unbemerkt zu einem wichtigen globalen Fintech-Investor aufgestiegen, wie eine Analyse des Portfolios zeigt.

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