KrisenhilfeSolidarität in Zeiten der Corona-Krise

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United we stream

Die Clubs des Landes treffen die Corona-Maßnahmen mit am härtesten. Gerade in Berlin, Deutschlands Techno- und Feierhochburg, trifft das viele: Allein hier sind gut 9000 Menschen in der Clubszene beschäftigt, die mit der Schließung der Clubs ihre Beschäftigung verloren haben. Hinzu kommen zahlreiche Freiberufler. Gemeinsam ziehen sie pro Jahr über drei Millionen Touristen auf die Tanzflächen der Hauptstadt. Anfallende Fixkosten machen es den meisten Clubs jedoch unmöglich, sich mit den schmalen Reserven länger als einen Monat Schließung zu halten, viele meldeten schon jetzt Insolvenz an.

Deshalb haben sich in „United we stream“ Clubs, Veranstalter und Künstler zusammengetan. Auf der Streamingplattform laufen seit dem 18. März jeden Abend Sets aus den angesagtesten Clubs der Hauptstadt – nur tanzt das Publikum nicht vorm Pult, sondern in den eigenen vier Wänden. Streamen kann die Sets jeder, Spenden laufen auf freiwilliger Basis. Vorträge und Gesprächsrunden rund um die Clubkultur ergänzen das Programm.

Die Einnahmen sollen als Spende an die unter der Corona-Quarantäne leidenden Clubs und Künstler ausgezahlt werden. Acht Prozent der Einnahmen kommen außerdem dem Stiftungsfonds Zivile Seenotrettung zugute, der die Seenotrettung im Mittelmeer unterstützt.

Die Initiative läuft in Koooperation mit Arte und dem Radiosender Radioeins. Beide Kanäle werden die Sets ebenfalls ausstrahlen.

Trigema

Der Bekleidungshersteller Trigema aus Burladingen, Baden-Württemberg, kündigte an, seine Produktion von Sport- und Freizeitkleidung auf Gesichtsmasken für Ärzte und medizinisches Personal umzustellen. Durch die Schließungen im Einzelhandel sei der Bedarf an Kleidung gerade ohnehin auf ein Minimum geschrumpft, rund 50 Prozent des Absatzes sei weggebrochen. Die Produktionskapazität kann nun also sinnvoller genutzt werden. Trigema-Chef Wolfgang Grupp ließ bereits letzte Woche probeweise Schnittmuster nähen, die den Anforderungen für medizinischen Gebrauch entsprachen und jetzt im großen Stil produziert werden sollen. Die vorhandenen Kapazitäten will Grupp so gut es geht erweitern, um künftig bis zu 100.000 Masken pro Woche herzustellen.

Trigema ist nicht der einzige Bekleidungshersteller, dem die Idee zur Produktionsumstellung kam. Auch Mey, ein ebenfalls in Baden-Württemberg ansässiger Wäschehersteller, kündigte an, seine Produktion umzustellen und Masken anzufertigen. Eterna, ein bayrischer Hemdenhersteller zieht ebenfalls mit. Das Ziel: Die Fertigung von 25.000 Masken pro Tag. Die Mitarbeiter müssen so nicht nicht Kurzarbeit geschickt werden.