KonsumausgabenSo viel geben Europäer für Lebensmittel aus

In Litauen musste mehr als ein Fünftel des Haushaltsbudgets (20,9 Prozent) für Essen ausgegeben werden. Das war der zweithöchste Wert in der EU. dpa

Können niedrige Preise schädlich sein? Ja, findet Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Sie hat eine Debatte über womöglich zu niedrige Preise für Lebensmittel in Deutschland angestoßen. In der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ warf sie Anfang des Jahres den Supermärkten „Dumpingpreise“, insbesondere beim Fleisch vor. Klöckner machte aber auch eine „Doppelmoral“ unter den Verbrauchern aus. Die seien häufig nicht bereit, für Lebensmittel faire Preise zu zahlen.

Tatsächlich wenden nur wenige EU-Bürger prozentual weniger ihrer Konsumausgaben für Essen auf als die Deutschen. Dabei muss man natürlich berücksichtigen, dass Europäer mit einem geringen Haushaltsbudget einen höheren Anteil für die Befriedigung ihrer Grundbedürfnisse ausgeben müssen.

Deutsche zahlen (zu) wenig für Lebensmittel

Laut der Statistikbehörde Eurostat entfielen 2018 bei einem durchschnittlichen Haushalt 12,1 Prozent der privaten Konsumausgaben auf Lebensmittel und nicht-alkoholische Getränke. Das war der größte Posten nach Wohnen (24,0 Prozent) und Transport (13,2 Prozent). Die Spanne ist jedoch enorm. In einem Land müssen Bürger prozentual so viel für Essen ausgeben, wie andere Europäer für Miete aufwenden. Die Statistik zeigt aber auch, dass in manchen EU-Staaten noch weniger für Lebensmittel aufgewendet wird als in Deutschland.

Diese fünf EU-Länder geben jeweils am meisten und am wenigsten für Essen aus.