EpidemieSo bekommen Eltern Corona-Hilfen

Eltern mit Kind
Eltern mit Kind Pexels auf Pixabay

Geschlossene Schulen und Kitas verschärfen für berufstätige Eltern den Covid-19-Ausnahmezustand. Häufig müssen sie sich selbst um ihre Kinder kümmern, was selbst im Homeoffice bei einem regulären Acht-Stunden-Tag kaum zu bewältigen ist. Viele Sorgeberechtigte müssen deshalb quasi in eine Kinder-Kurzarbeit, was ihre finanzielle Lage weiter verschlechtert. Die Bundesregierung will Eltern bei vorübergehenden Corona-bedingten Verdienstausfällen helfen. Dazu wurde in Paragraf 56 des Infektionsschutzgesetzes ein Entschädigungsanspruch festgeschrieben.

So funktioniert die Corona-Hilfe für berufstätige Eltern.

Wer hat Anspruch?

„Voraussetzung für den Entschädigungsanspruch ist, dass Sorgeberechtigte einen Verdienstausfall erleiden, der allein auf dem Umstand beruht, dass sie infolge der Schließung der Kita oder Schule ihre betreuungsbedürftigen Kinder selbst betreuen und ihrer Erwerbstätigkeit deswegen nicht nachgehen können“, teilte das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) am 7. April mit. Als betreuungsbedürftig gelten nur Kinder, die das zwölfte Lebensjahr noch nicht vollendet haben. Für Kinder, die wegen einer Behinderung auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersbeschränkungen. Auch Vollzeit-Pflegeeltern und geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf die Entschädigung. Wären Schule oder Kita wegen der Ferien ohnehin geschlossen gewesen, können Eltern für diesen Zeitraum keine Hilfe beantragen.

Höhe der Entschädigung

„Die Entschädigung beträgt 67 Prozent des entstandenen Verdienstausfalls des betroffenen Sorgeberechtigten“, teilt das Ministerium mit. Die Obergrenze liege bei 2016 Euro für einen vollen Monat. Eltern sind während der Bezugsdauer weiterhin sozialversichert.

Bezugsdauer

Es handelt sich lediglich um eine vorübergehende Unterstützung. Die Entschädigung wird höchstens sechs Wochen lang gewährt. Die Gesetzesregelung über die Entschädigung gilt bis zum Jahresende 2020.

Wer zahlt die Hilfe aus?

Bei Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber die Entschädigung aus. Er entrichtet auch die Sozialversicherungsbeiträge auf einer Bemessungsgrundlage von 80 Prozent des Arbeitsentgelts. Arbeitgeber können bei der von den Ländern bestimmten zuständigen Behörde einen Erstattungsantrag für die Hilfen ste llen und außerdem einen Vorschuss beantragen.